Vogel, Pferd oder Muffin?

Bei Frauengesichtern könne man zwischen Pferd, Vogel oder Muffin unterscheiden. Das sagt die amerikanische amerikanische Autorin Nora Ephron im Interview mit der Brigitte woman.  Jane Fondas Gesicht sei ein Pferd, Meg Ryans ein Vogel und Sally Field habe großes Glück, sie habe ein Muffinantlitz, erzählt sie.  Das Gute an Sally Fields Gesicht sei, dass sich runde Gesichter am besten liften lassen,  dann folgen Pferdegesichter aber Vogelgesichter wie die Autorin selbst eins habe, sähen nach einer Straffung leider aus wie Totenmasken.

Die Erfolgsautorin hat Drehbücher wie „Harry und Sally“ , „E-mail für dich und „Schlaflos in Seattle“ geschrieben und kommt nun mit einem neuen Buch heraus. „Ich kann mir alles merken, nur nicht mehr so lange“ so der Titel, der neugierig macht und sich humorvoll mit den Tücken des Alterns beschäftigt.  Gut geschrieben ist aber auch das Interview von Evelyn Holst, die sich im Nachhinein als irgendwas zwischen Pferd und Vogel outet. Ich habe es da als Muffin eindeutig besser.

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Lachend durch die Wechseljahre

Wenn man so über die 40 zieht, verändert sich vieles im und vor allem am Körper. Die Wechseljahre stehen vor der Tür. Keine schöne Wendung, ich trage es mit Fassung.

Vor allem bin ich froh, dass ich sowieso schon einige Fehler habe. Wenn man zwar vielleicht ganz nett aussieht aber nie so ein richtiger Feger war, hat das durchaus Vorteile. Nein, das ist quasi die beste Vorbereitung für diese Zeit.

Die Haare werden bei mir schon seit Jahren dünner. Zum Glück sieht man das aber nicht, weil meine widerspenstigen Naturlocken sich ohnehin aufplustern und sowieso nicht machen was ich will. Eine richtige Frisur hatte ich eigentlich nie. Zellulitis vorbeugen muss ich nicht mehr, das habe ich in all den Jahren zuvor schon ausgiebig betrieben. Seit 25 Jahren laufe ich regelmäßig, um vor der Verfettung zu fliehen da haben die Dellen keine Chance mehr. Den dicken Bauch schleppe ich auch schon seit mehreren Jahren mit mir herum, selbst  laufen und  Fitnessstudio haben daran nichts geändert.  Wird er eben jetzt noch ein bisschen runder, damit habe ich mich längst angefreundet. Am besten ist es, ich mache es wie immer. Ich lache einfach über alles hinweg.

Klimawechsel

Tabuthema zum Losprusten

Da ist erst mal keiner heiß drauf: Die Wechseljahre sind fürs Fernsehen höchstens in Form einer Dokumentation vorzeigbar. Klinisch und nüchtern aufgemacht, mit Informationen gespickt, Grafiken und Animationen. Doch Doris Dörrie ist ein anderes Format gelungen, in den Folgen Klimawechsel. Satirisch und provokativ greift sie anhand von  fünf Frauen das Tabuthema auf, malt es mit viel überspitztem Humor bunt an und schon kann man sich den ansonsten unangenehmen Folgen der hormonellen Veränderung nähern.

Zum Losprusten komisch überzeichnet das ZDF das Leben der Fünfzigerinnen im prallen Wechsel. Vier Lehrerinnen und eine Gynäkologin kämpfen gegen den Verlust der Attraktivität. Kurz vor dem Klimakterium bekommt Kunstlehrerin Desiree (Andrea Sawatzki) noch ein Kind und ist sichtlich überfordert damit. Sie, die sich eigentlich voll und ganz der Kunst verschrieben hat, muss sich mit Wickeln und Stillen rumschlagen.

Schließlich schreit sie die Schüler an: „Wer nicht für die Kunst leben will, verlässt den Raum“. Nun sitzt sie allein da, so allein wie sie auch der Kindsvater eigentlich lässt. Er will, dass sie stillt bis das Kind ein Jahr ist, sie muss als Lehrerin Geld verdienen und hat keine Zeit mehr für sich. Er dagegen lässt es als Yogalehrer nach dem Hormon Yoga krachen besonders mit der Gynägologin Dr. Bach (Maren Kroymann), die so richtig bitterböse ihrer Nebenbuhlerin, der attraktiven Mathelehrerin  Beate Busch (Ulrike Kriener), sogar die Vagina bei einer Straffung zunäht, um sich wieder ins Rennen zu bringen.

Leiser kommt die behäbige Angelika Arndt (Maria Happel) daher. Sie schwimmt jede Nacht in ihrem Bett, Hitzewallungen, kämpft mit der Gewichtszunahme und dem deswegen ewig an ihr herum meckernden Gatten Kurt (Horst Kotterba). Letzlich  flüchtet sie sich in den Derwisch Tanz und will zum Islam konvertieren.

Abhauen kann vor den Wechseljahren aber auch nicht die schüchterne und sensible Biologielehrerin Cornelia Koch (Juliane Köhler)  nicht. Sie schlägt ihre Panikattacken erst mit Putzanfällen und lässt sich später auf eine Affäre  mit einem Schüler ein, von dem sie schließlich sogar schwanger wird.

Schön überzeichnet? Der Kampf gegen den Wechsel gewinnt an Fahrt, mit jeder Folge werden die Charaktere extremer, die Geschichten überdrehen, bis sie sich selbst so stark karikiert haben, dass man meinen können, eine Klimakatastrophe und nicht nur ein Wechsel kündige sich an. Da will man wissen, wie es weiter geht und wird ganz heiß auf die nächsten Folgen.

Klimawechsel: ZDF 4. 5.und 6.  Folge, Donnerstag 15. April, 22. April, 29. April jeweils 21 Uhr