Cinque Terre und Porchetta allo spiedo

Italien –  immer wieder ein Genuss

Der Finger landete in  unserem Italien-Atlas dieses Mal auf Finale Ligure . Das befindet sich etwa 60 Kilometer westlich von Genua nahe an der Italienischen Grenze. Genau in diesem Ort waren wir nicht, der ist zu touristisch, da kann man zwar gut baden aber zum Wohnen bevorzugen wir eine ruhigere Gegend. Ein paar Kilometer weiter in den Bergen im Relais il Casale in Tovo San Giacomo kann man ein schönes Appartement buchen, ruhig gelegen mit Pool ist es die reinste Idylle. Von dort aus kann man prima Radfahren. Wenn das auch nur für ambitionierte Radler zu empfehlen ist, weil es immer steil bergauf geht. Aber es gibt auch schöne Wanderwege. In zehn Minuten ist man mit dem Auto am Meer, der Strand ist nicht zu überlaufen – außer natürlich im August, wenn der Italiener Urlaub macht.

Günstig kann man in den umliegenden Bergdörfchen essen gehen, das kostet die Hälfte wie an den Strandbars, die teuer und überlaufen sind . So kann man auch den Italiener beim Feiern sehen. Porchetto allo spiedo- auf Deutsch Spanferkel am Spieß – scheint eine typisch italienische Spezialität zu sein. Gleich sieben Stück davon bereiteten die Bewohner von Magliolo für ihr Fest zu. In den Terrassen des Weindörfchens saßen Hunderte Italiener an der gedeckten weißen Tafel, diskutierten, aßen miteinander im Sonnenuntergang – ein göttlicher Anblick.

Anlage fürs Schweinegrillen
Casa Porchetta allo spiedo

Schnell ist man auch in Monaco, für alle, die mal die Jachten des Jet Set sehen möchte und einen Blick auf den Palast der Grimaldis werfen wollen. Beim Grenzübergang spürt man den Unterschied zwischen Italien und Frankreich. In Menton weht ein französisch eleganter Wind mit einem Hauch von Anmut.

Ein Stück weiter südlich an der Italienischen Adria liegt das Cinque Terre.  Die fünf  Dörfchen sind Weltkulturerbe und eine Reise wert. Besonders empfehlenswert ist der Wanderweg von Levanto nach Monterossa. Über Stock und Stein durch romatische Wälder zwischen Weinbergen geht es mit einem wunderschönen Blick aufs Meer in zwei Stunden in das erste der Cinque Terre Dörfer. Besonderes Highlight ist das Mare Mesco, eine Bed and Breakfast Pension, die liebevoll restauriert wurde. Ein Kleinod mit Blick auf die Bucht von Levanto.

Hutewald

Wandern auf der Waldweide

Nordhessen: Premiumweg im historischen Knüllwälder Hutewald

Rengshausen. Schon der erste Schritt ins satte Grün ist angenehm weich. Sanft drückt sich der Fuß in den dicken  Waldboden, das Laub vom letzten Herbst raschelt noch unter den Schuhen. Etwas weiter oben kommt das Naturgefühl auch an. Der Duft von Kiefern und Fichten  weht in die Nase. Automatisch atmet man tief durch. Das ist Wandern in exklusiver Ausführung – unterwegs auf dem Premiumwanderweg Hutewald  mitten im Knüll.

Etwa dreieinhalb Stunden dauert die Tour durch die Waldlandschaft,  vorbei an wunderschönen Ausblicken  in den Knüll. Gleich zu Beginn der Route, die in Rengshausen an der Freilichtbühne beginnt, muss man nach einem Kilometer einfach stoppen. Die Belohnung für die erste Strecke offenbart sich sofort. Im Tal liegt  der Ferienort im Knüll. Drei Mühlen, die Papiermühle, die Schneidemühle und die Knottenmühle trugen früher zum Wirtschaften bei. Heute sind sie  historische  Sehenswürdigkeiten. Zwei Straßen schlängeln sich malerisch aus dem Dorf hinauf auf die gegenüberliegende Höhe. Der Frühling zaubert mit seiner wilden Blüte frische Farbtupfer ins Bild.

Dort  befindet sich eine Schutzhütte, wo man sich zur Rast zurückziehen kann und die müden Wanderbeine baumeln lassen kann.

Hutewald

Doch jetzt geht es erst einmal weiter zur Attraktion des Weges: dem Hutewald. Das 13 Hektar große Gebiet wurde früher als Waldweide genutzt. Die Dorfbewohner trieben ihr Vieh zum Äsen aus dem Dorf in den Wald, dort ernährten sich die Tiere von dem Laub, Gras, Waldgewächsen und im Herbst von den Bucheckern. Ein Hirte hütet die wertvollen Tiere, meist Ziegen und Kühe, daher der Begriff Hutewald.  Unter den über 300 Jahre alten dicken Buchen fanden die Tiere ihr Futter. Diese Tierhaltung war bis ins das späte 17. Jahrhundert hinein üblich in der Region. Später wurden die Tiere im Stall gehalten.

Hebammenpfad

Der Weg bis dort hinauf erinnert an Wanderungen in den Alpen. Trampelpfade führen durch die pralle Natur. Der Sauerklee blüht lilafarben am Wegesrand, hier und da lugt der Wachholder aus dem Boden. Sogar die für diese Landschaft seltene  Heide hat  auf einer der freien Flächen einen Teppich ausgebreitet. Bizarr schlängelt sich ein kleiner Bach hinunter in das Tal durch die wild romantische  Landschaft, parallel zum ehemaligen Hebammenpfad. Der Waldweg soll früher die Verbindung für die Hebammen gewesen sein, die vom entfernten Licherode herüber nach Rengshausen eilten, wenn eine Geburt anstand. Ansonsten gibt es noch mehr historische Geschichten, die auf der Wanderung erzählt, auch den Intellekt anregen.

Die Studentensteine erinnern an drei Studenten, die dort der Sage nach im 16. Jahrhundert auf ihrem Weg nach Marburg ermordet wurden. Von dort kann man den Großen Inselsberg in Thüringen erkennen. Der geistige Blick kann auch ins Beiserhaus schweifen. Die Jugendeinrichtung wurde im Jahr 1841 von Pfarrer Emil Rausch für gefährdete Kinder gegründet, heute ist es Ausbildungsstätte. 400 Jahre alte Eichen liegen am Wegesrand des Mühlberges. Die elf Kilometer lange Runde schließt wieder am Freilichtmuseum – und dann ist der Rundweg an einem der schönsten Hutewälder der Region leider vorbei.                                                                                                     Christine Thiery

Prädikatswanderwege: Bei Prädikatswanderwegen wird darauf geachtet, dass ein möglichst kleiner Teil auf Fahrwegen verläuft, die überwiegende Strecke soll auf Naturboden und Wegen mit Pfadcharakter verlaufen. Naturschönheiten, Wechsel der Landschaftsformationen, Ausblicke, Sehenswürdigkeiten und kulturelle Aspekte tragen zur Attraktivität bei. Gute Markierung und Ausschilderung sind wichtig. Der Hutewaldweg in Rengshausen trägt das deutsche Wandersiegel Premiumweg.

Tipp: Wanderschuhe und Rucksackverpflegung wird empfohlen. Im Ort gibt es Gasthäuser, Hotels und ein Lebensmittelgeschäft.

Kontakt: Knüll-Touristik: www. knuelltouristik.de

Tel. 05681 – 930808.