Vogel, Pferd oder Muffin?

Bei Frauengesichtern könne man zwischen Pferd, Vogel oder Muffin unterscheiden. Das sagt die amerikanische amerikanische Autorin Nora Ephron im Interview mit der Brigitte woman.  Jane Fondas Gesicht sei ein Pferd, Meg Ryans ein Vogel und Sally Field habe großes Glück, sie habe ein Muffinantlitz, erzählt sie.  Das Gute an Sally Fields Gesicht sei, dass sich runde Gesichter am besten liften lassen,  dann folgen Pferdegesichter aber Vogelgesichter wie die Autorin selbst eins habe, sähen nach einer Straffung leider aus wie Totenmasken.

Die Erfolgsautorin hat Drehbücher wie „Harry und Sally“ , „E-mail für dich und „Schlaflos in Seattle“ geschrieben und kommt nun mit einem neuen Buch heraus. „Ich kann mir alles merken, nur nicht mehr so lange“ so der Titel, der neugierig macht und sich humorvoll mit den Tücken des Alterns beschäftigt.  Gut geschrieben ist aber auch das Interview von Evelyn Holst, die sich im Nachhinein als irgendwas zwischen Pferd und Vogel outet. Ich habe es da als Muffin eindeutig besser.

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Alles andere ist irgendwie nebulös

Jetzt war ich wieder bei einem meiner Lieblingskünstler, bei Hans-Joachim Bauer, über den ich schon mehrfach berichtet habe. Der ehemalige Berufsschullehrer brach nach seiner Pensionierung  in ein neues kreatives Leben auf  und entwickelte sich zum Landart Künstler.

Nun ist er schon viele Jahre dabei und seine Werke wachsen  immer weiter,  manchmal scheinen sie verrückt zu sein aber vor allem sind sie oft  vergänglich bis zur Transformation und regen an zum Nachdenken über das Leben, die Sinnsuche und den stetigen Fluss. Jetzt hat er das Orakel von Delphie mit dem GPS via Satellit in die  Wüste ( Artikel) geholt und will damit das Nebulöse der Wüste und des Orakels verbinden.

Zu Bauer kann man hier in diesem Blog einen weiteren Bericht finden.

Zwiebackkrümel in der Strumpfhose

Witzig und rasant: Das neue Buch Endlich von Ildiko von Kürthy. Alle ihre Freundinnen seien ein wenig verrückt, sagte die Autorin bei Kerner. Immer auf der Suche was das Leben bis zur Menopause alles noch so bringt, benehmen sich die Anfang Vierzigerinnen als hätten sie Zwiebackkrümel in der Strumpfhose.

Die besten Voraussetzungen für Veränderung. Einer der Sprüche der Autorin, die auch für die Zeitschrift Brigitte schreibt.  Verändere dein Leben, sonst verändert es dich. Die Protagonistin ihres neuen Buches erfährt mit knapp über vierzig, dass der Gatte sie betrügt und rüstet mittels Personaltrainer und bester Freundin noch einmal auf . Die Geschichte ist keine besondere, sie wirkt manchmal sogar ein wenig sehr klischeehaft und erinnert irgendwie an eine Mischung aus Sex in the City und Hera Lind. Doch die Sprache macht Spaß. Sie ist schnell, witzig und fast nie langweilig. Man galoppiert mit Vera durchs Buch, wenn auch der Abgang ein bisschen flach ist. Aber das verzeiht man gern, denn viele Stunden Lachen liegen hinter einem.

Zirkuskinder

Immer wieder dasselbe: Ich soll einen schönen Bericht in der Schule machen. Zirkusprojekt steht an. Das sind jetzt nicht immer meine Lieblingsthemen. Ja, ich gebe es zu. Ich kann auch arrogant sein. Meist weiß ich schon, wie es abgeht.

Ich muss mich zwischen eine Schar Kinder setzen, mir das ganze öde Programm der Grundschulkinder anschauen und so machen als wenn alles super toll wäre. Die Zeiten, in denen ich heulend in Zirkusvorstellungen saß und begeistert zusah, wenn Pauline ungeschickt im Leberwurstkostüm den Ball jonglierte, waren als meine Kinder klein waren und Pauline Marie hieß. Damals gab es für mich nichts Schöneres und natürlich kein  begabteres Kind als meins.

Nun habe ich das ja noch auf der Platte und gehe deshalb mit etwas Wut im Bauch aber einem angemessenen Gesicht auf das große Event der Grundschule. Schließlich ist das ja für die Entwicklung der jungen Menschen so gut. Das pädagogische Konzept, das dahinter steckt.

Die haben jetzt die ganze Woche jongliert, balanciert, sind ins Clownskostüm gehüpft, haben Tiere dressiert und du, du kannst das mal wieder nicht wertschätzen, sagt mir mein schlechtes Gewissen. Nee, heute nicht,weise ich diese eklige, immer alles besser wissende Stimme in mir zurück.

Wie soll man da journalistisch arbeiten, rede ich mir weiter ein. Und vor allem, wer will den Quatsch, den ich da schreibe, wirklich lesen. Ich male mir schon die schrecklichsten Redewendungen aus… Die Kinder haben eine Woche lang geübt …. Bla…. Naja vielleicht lässt sich ja irgendwie noch ein einigermaßen gutes Bild hinkriegen. Das Licht ist meist grauenhaft und meine Kamera dafür eigentlich nicht ausgelegt, also muss ich mir vor dem Zelt was stellen.

Ich kann mich mal wieder nicht abregen …….

Drei Stunden später. Habe ich da eben etwa gelacht, dauernd wie süß gesagt… war ich das … wirklich? Das kann eigentlich nicht sein.

Ich bin immer noch innerlich vor mich hin schimpfend in das Zelt getappt, habe die Lehrer interviewt und mir dann einen Platz in der vordersten Reihe erkämpft. Damit die Bilder einigermaßen was werden. Zum Glück war die Manege so gut ausgeleuchtet, dass ich das mit den Fotos so lala hin bekommen habe.

Das muss mich wohl beflügelt haben, beim Auftritt der kleinen Tiger musste ich so lachen, das war wirklich goldig und ein bisschen fühlte ich mich in die Zeit versetzt, als meine Mäuse noch in die Manege oder auf die Bühne stiegen und ich voller Stolz in den Reihen saß.

Frankreichs Mütter am Wickeltisch

Wer sich nur um seine Kinder kümmert, hat keinen Wert, keinen Status.

Immer mehr Frauen in Frankreich geben ihre Berufe auf und kümmern sich um ihre Kinder. Ein Trend? Ich habe die Französinnen immer bewundert – viele fangen seit Jahren kurz nach der Geburt mit dem Ganztagsjob wieder an.

Selbst früh Mutter geworden, habe ich das Studium abgebrochen und erst einmal die eine und dann die andere Tochter groß gezogen.  Damals wäre es gar nicht anders gegangen, weil es bei uns am Land keine Krippe gab, der Kindergarten fängt erst ab 3 Jahren und geht dann nur bis 12 Uhr. Das Model der Franzosen mit der Betreuung ab 3 Monaten war mir immer ein Vorbild, ja fast eine Sehnsucht. Nicht, dass ich nicht gearbeitet hätte, ich habe noch eine Ausbildung gemacht, später eine Weiterbildung und bin dann letztlich bei der Zeitung gelandet.

Den Spagat zwischen eigener Entwicklung, sowohl persönlicher als auch beruflicher, und den Interessen der Kinder zu machen ist wirklich groß, zumal man im besten Fall ja auch noch eine Beziehung hat.

Andererseits habe ich meinen Kindern viel geben können, konnte sie in unterstützen, in ihren Gefühlen abholen. Ich bin nicht besonders konservativ, aber ich glaube, eine möglichst gute und auch intensive Beziehung der Eltern zum Kind in den ersten Jahren und natürlich auch später ist die Voraussetzung für die Entwicklung einer gesunden Persönlichkeit – alles andere ist Ersatz.

Mit diesem Gedanken im Kopf und ein bisschen Wissen, konnte ich es dann besser genießen viel bei meinen Kindern zu sein und beruflich-sozial draußen zu sein.  Spaß hat das damals allemal gemacht. Doch man wird schon schief angeschaut, wenn man als Dreiviertel-Akademikerin nachmittags im Sandkasten sitzt und sich den Sommer im Schwimmbad vergnügt, statt am Schreibtisch zu  hocken.

Ich finde es deshalb sehr interessant, dass viele französische Mütter jetzt umdenken – auch wenn die Feministinnen am Rad drehen.  Und der Trend kommt aus Frankreich, dem Land der Urfeminsitin Francoise Sagan.

Land ist seine Leinwand

Landart Künstler Hans-Joachim Bauer – alles verändert sich



Mardorf. Alles verwandelt sich, nichts bleibt gleich: Darauf weist Dr. Hans-Joachim Bauer oft in seinen Kunstwerken hin. Auch er erfindet sich ständig neu. Vom Manager über den Berufschullehrer führte sein Weg zum Land-Art Künstler.

Er lebt mittlerweile in seinem Atelier, einem Fachwerksaal  im beschaulichen Mardorf. Am Rande des Dorfes liegt sein Kunstfeld. Darauf malt er seine Ideen, aber nicht mit Pinsel und Öl, sondern mit dem Pflug in den Acker oder mit Saatgut in die Erde. Relikte seines künstlerischen Schaffens sind um ihn herum im Atelier.  Blaue Äste, Baumstämme, Zeichnungen, die goldene Kuh, einst Kunst für den Hessischen Landtag, Zeitungsartikel säumen die Wände im Saal.
Dort entstehen auch seine Ideen.   Er sagt: „Ich wollte schon immer meine Kreativität ausleben und neue Systeme entwickeln, in denen ich lebe.“ Lange Zeit lebte er aber – wenigstens für den Betrachter- wie viele andere.

Die Kunst spielte bei Bauer erst mit Anfang 50 eine Rolle. Er habe bis dahin schon immer Einfälle gehabt, die mit Religion und Philospohie zu tun gehabt hätten, aber lange Zeit blieben die Ideen nur in seinem Kopf.
Das erste größere Werk war eine fotorgrafische Inszenierung über den Kreuzweg Jesus im Fitness-Studio. Damals  brachte er noch Berufsschülern Wirtschaft und Englisch bei. Paralell war er allerdings auch schon auf anderen geistigen Wegen unterwegs, studierte nebenbei Philosophie, Geschichte und Politik, promovierte auch  und schrieb die Erzählung die Bleiarche.

Eisprung zur Landart

„Den „Eisprung“ zur Landart hatte ich Anfang der Neunziger“, sagt er.  Ein Landwirt  aus dem Dorf brachte ihn darauf. „Warum schreiben sie nicht mal Gott auf den Acker“,  hatte er gefragt. Genau das tat  Bauer dann.  Gemeinsam mit dem Sohn des Bauern schufen sie ein Feldrelief mit diesem Wort.  Aus der Vogelperpektive gut zu sehen, erregte es viel Aufsehen und Bauer hatte einen weiteren Weg gefunden, sich auszudrücken.

Im Acker malt der Landwirt, Bauer trägt meist  den gedanklichen Teil des Prozesses. In der Landart habe er ein Mittel gefunden, das Innere nach außen zu stülpen und seine Vorstellung von der Welt anderen mitzuteilen, sagt er.

Das größte Landart-Projekt entstand 1998. Die Hasenjagd. Der Acker ist wieder seine Leinwand. An der Autobahn A7 bei Ostheim lässt er die Umrisse eines rennenden Hasen rechts und links neben der Fahrbahn als Erdrelief einbringen. Es scheint, als ginge die Fahrbahn mitten durch das Tier und soll ein Fingerzeig an die Zerstörung der Natur durch den Menschen sein.

Das Thema Mensch und Natur greift er öfters auf. Im vergangenen Winter reiste er nach Patagonien, um in einer Installation auf die Gletscherschmelze und den Klimawandel aufmerksam zu machen. Dafür stieg er ins kalte Gletscherwasser. 2005 stellten sich alle Mardörfer zu einem Dorfgesicht zusammen, formten Mund, Nase, Augen und Ohren – auch mit Traktoren und Landmaschinen. So weist er auf soziale Zusammenhänge hin.

Er bereiste viele Orte der Welt, hinterließ dort seine Kunst. Beispiele sind ein Tangoprojekt in Argentinien, eine Genperformance in Mexiko oder der Hieroglyphe Wasser in der Lybischen Wüste, dargestellt durch Menschen.

Titanic

Zum Hessentag in Homberg  blieb er mit seiner Kunst wieder im Dorf: Die Titanic wird im Mardörfer Feld entstehen. Eine Feldskulptur in der Landschaft soll den Mythos wieder aufleben lassen. „Die Titanic zeigt uns, dass die Vergänglichkeit überall ist, auch wenn wir Konstrukte schaffen, die scheinbar nicht untergehen können“, sagt er. Und da ist er wieder bei einem seiner zentralen Themen. Alles ist Veränderung.

Zur Person

Hans Joachim Bauer wurde am 19. Juni 1942 in Fritzlar geboren und wuchs in Homberg auf. Er absolvierte zunächst eine kaufmännische Lehre, holte das Abitur nach, studierte Volkswirtschaft und
Betriebswirtschaft und war als Manager tätig. Auslandsaufenthalte in Indien und Spanien folgten. Später sattelte er zum Berufsschullehrer um. Das zweite Studium folgte parallel zum Job:  Philosophie, Geschichte, Politik mit Promotion. Es folgen diverse Publikationen wie die Erzählung: Die Bleiarche. Ab 1992 wird er auch künstlerisch tätig, seit 1994  entdeckt er seine Ader für Landartprojekte. www.bauer-landart.de

(Quelle: HNA 29. Mai 2008 von Christine Thiery)

Mit Sinn gegen das Alter

Dr. Hans Joachim Bauer (67)  möchte solange aktiv bleiben, wie es geht. Ich habe Interesse an der Welt. Auch wenn ich alt bin – das hält mich jung“. Manchmal habe er das Gefühl vom Alter  angegriffen zu werden. Aber damit sei er nicht allein. Sein Mittel: Sinnhaft arbeiten.  ( Quelle: HNA vom 29. Mai 2008)

Originale

Der Homberger Eisbär



Dirk Schaller: Frisör, Sänger, Entertainer

Im Eisbärenlook streift Frisör Dirk Schaller am Wochenende als Reiner Irrsinn durch die Lokale und mischt im weißen Zottelmantel mit Partyschlagern die Leute auf. Himbeereis zum Frühstück, oder Humbta Mallorca sind einige seiner eigenen Mischungen: Er landete damit auf der Mallorca CD.

Abfeiern auf der Bühne nach Manier von DJ Ötzi ist ein Riesenspaß für die Leute, und ein Superausgleich für das Kraftpaket Schaller zur Arbeit als Frisör. „Wenn ich den Mantel anziehe und die Brille aufsetze, bin ich einer anderen Welt“, sagt er. Mittlerweile ist der 37-Jährige am Wochenende zur Partyzeit ausgebucht. Er repräsentierte während des Hessentags  die Stadt Homberg. Schaller moderierte die Vorstellungen der Stadt und gab abends noch seine Show auf der Bühne. Erfahrungen als Entertainer machte er auch mit seinen außergewöhnlichen Modenshows. Die Avantgarde hielt unter Schallers Regie Einzug in die Zentren des Kreises. Er organisierte vier Modenschauen gemeinsam mit Einzelhändlern.

Ein kreativer Kopf ist Schaller auch bei der Arbeit. Der Frisör machte als einer der Jüngsten im Kreis mit 20 Jahren seinen Meister und eröffnete sofort danach einen eigenen Salon. Mittlerweile hat er einen zweiten Laden in der Kreisstadt. Die ganz solide Seite vertritt Schaller als Ehemann und Vater von zwei Kindern, der zudem Innungsobermeister des Frisörhandwerks im Kreis ist.