Berlin, Berlin

Mütter und Töchter

Ich bin nun glückliche Mutter zweier Töchter, eine davon studiert ja nun in Berlin. Wir besuchen sie gerade und haben noch ein Sofa mitgebracht. Mein Arbeitszimmer ist nun etwas kahl, dafür prangt das rote Prunkstück unterm Hochbett meiner Tochter. „Ach, wie schön“, sie kriegt sich gar nicht mehr ein.

„Endlich kann ich mir Gäste zum Übernachten einladen“, sagt sie und „So sieht das Zimmer noch viel besser aus.“ Ich schaue mich so um. Ok. Das ist Zimmer ist klein, aber eigentlich ganz nett. Wenn da nicht………ich verbiete mir jeglichen Kommentar. Das Kind ist groß und eine junge Frau, da kann ich nicht ständig die Besserwisserin spielen. Ich muss loslassen, beruhige ich mich, atme tief durch, falle in den Sessel, hänge die Beine über die Lehne und lass sie baumeln als wäre ich 23.

Erst vor drei Monaten haben wir hier das Hochbett aufgebaut und die Klamotten die Treppe hochgeschleppt. Beim Verlassen habe ich noch so gedacht. Nächstes Mal sieht es bestimmt schon gut aus. Na ja. Ich erinnere mich noch an so manchen Streit als sie noch zu Hause wohnte. Damals glich ihr Zimmer eher, sagen wir mal,….. einem einzigen kreativem Chaos. Ich hoffte auf Besserung. Das kommt schon noch, redete ich mir ein, wenn ich mal wieder Dutzende von leeren Wasserflaschen und gebrauchten Taschentüchern ausgeräumt hatte.

Mütter sind eben einfach manchmal uncool. So ein lebendiges und tolles Mädel hat einfach viel und bessere Dinge zu tun. Erst recht in Berlin.