Wahlkampf in der Kleinstadt

Wenn ich morgens so ins Büro fahre, komme ich zurzeit nicht an den Wahlplakaten der heimischen Parteien vorbei. Am 27. März ist Kommunalwahl und die Politiker unserer Stadt kämpfen auf Hochtouren um die Plätze in den Parlamenten. Ich staune über die Kreativität. Sicher, sozial, kompetent heißt es da. Daneben prangen auf rotem Grund drei Kreise zum Ankreuzen. Ich komme ins Grübeln. Irgendwie erinnern mich diese Plakate an die Werbebanner in den 80ern. Haben die das Zeug raus geholt um uns Wählern vorzugaukeln, dass alles noch beim Alten ist, wir uns in den Zeiten des  sozialen Wohlstands  befinden, als es noch kein Hartz IV gab, Globalisierung ein Fremdwort war und wir uns auf eine sichere Rente freuen konnten?  Das wäre immerhin eine Möglichkeit.

Plakat Grüne Kommunalwahl Quelle: Internetseite Grüne
Plakat Grüne Kommunalwahl Quelle: Internetseite Grüne

Ein anderes Plakat  zeigt eine schöne Ansicht unserer Stadt mit den Worten „Homberg wird besser“.  Das nenne ich mal positiv gedacht und das Ganze auf den Punkt gebracht. Bei den heftigen Streitereien in unserem Stadtparlament, wo ein Akteneinsichtsausschuss dem nächsten folgt, kann man sich eigentlich nur noch an das Prinzip Hoffnung klammern. Ebenso wie bei unserem Aushängeschild Marktplatz, der seit seiner großen Umgestaltung vor drei Jahren zwar schön ist, aber leergefegt wie in einem schlechten Western, weil die Geschäfte fehlen. Das lässt wahrlich nur den Schluss zu:  Es ist ist Zeit, dass das aufhört und endlich alles besser wird, wie auch immer.

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