Endlich Ostern und Querfeldein Nordic Walking

Ob ich ein Osterfeuer fotografieren will. Ach eigentlich nein, die letzten Tage waren ungeheuer anstrengend, denke ich und sage aber. Okay, ich bin ja zu Hause. Die Aufforderung kam dann doch nicht. Die Kamera lag fünf Tage in der Tasche, der Block kuschelte sich dicht an sie heran. Gemeinsam ruhten sie sich aus von der Arbeit der letzten beiden Wochen. Der Block hat eh bald ausgedient. Randvoll ist er beschrieben, vielleicht sind noch ein paar Seiten frei. Wenn die voll sind, wandert er erst einmal ein paar Monate auf den Schreibtisch, vielleicht kann er noch einmal als Beweismittel her halten.  Nach einiger Zeit spaziert  er ins Altpapier wird zerstoßen und zermalmt und mit ihm die Informationen. Gerade solche, die nicht den Weg in die Zeitung geschafft haben, weil sie unwichtig sind oder schlicht zu langweilig, zu gewagt oder nicht erzählt werden sollen, weil es der Interviewpartner ausdrücklich untersagt hat.

So wichtig war aber eigentlich nichts die letzten Tage. Eine Reportage übers Nordic Walking ist eher informativ. Ich wandere seit Jahren selbst durch den Wald, fast täglich im Sommer und bin deshalb für den Job bestens geeignet.   Das Treffen im Stadtwald hieß für mich. Ich laufe eine Stunde in großer Ausrüstung , zwei Stöcken, Kamera und Block um den Hals baumelnd mit drei Frauen durch den Wald. Dabei stelle ich der Trainerin Fragen rund ums Walken, die Gesundheit, die Schrittlänge, den Wellness-Faktor. Ich mutiere zum Multitalent: Ich stöckel, ich schreibe, ich fotografiere, frage und bringe es schon mal im Kopf in Artikelform.  Beim Nordic Walking heißt es, man nutzt 90 Prozent seiner Muskeln. Ich hatte mit Sicherheit die 100 Prozent erreicht.

Als wäre das noch nicht genug: Dazu kamen die Folgen von  Sturm Xynthia. Wir kämpften uns über umgefallene Bäume durch den Wald. Aus der ruhigen geplanten 5 Kilometer Runde wurde nichts. Wir schlugen uns am Waldrand vorbei wieder zurück zum Treffpunkt – von Nordic Walking konnte man bestenfalls auf den ersten beiden Kilometern reden. Für den Eindruck reichte es. Für den Artikel auch. Und der Humor kam auch nicht zu kurz- vier kichernde Frauen probieren eine neue Sportart aus „Querfeldein Nordic Walking „. Da hat man sich Ostern aber echt verdient.