Mastercard Gold, von wegen…….

Es hupt. Meine Freundin wartet unten im Auto auf mich, wir wollen ins Kino. Ich will noch schnell eine dringende Mail wegschicken und schalte den Computer an. Da öffnet sich so ein blödes Fenster „Gebührenfrei Mastercard Gold?“.  Ich klicke auf den Schließenbutton.  Nix passiert. Ah, da sind zwei Felder :„ Ja oder Nein“. Es hupt schon wieder , dieses Mal mehrfach. Ich drücke schnell auf Nein. Ich will jetzt keine Mastercard Gold und auch sonst nie.  Ich will in meinen mail-account.  Statt dass der ganze Werbekram nun weg ist, öffnet sich ein neues Fenster. Ich platze bald. Wie geht der Mist nun weg? Mittlerweile bin ich auf  Hundert und klicke wild hin und her, endlich reagiert das Teil und die Internetwerbung verschwindet. Ich ruf der Freundin runter, dass ich bald da bin, schicke meine Post weg und will den Computer ausschalten, da taucht jetzt auch noch ein Fenster für die Yogamattenwerbung auf. Trotz mehrfachen Klickens lässt sich der Computer nicht herunterfahren. Ich ziehe abrupt den Stecker.  Jetzt geht das Ding endlich aus. Mastercard Gold: So viel Geld werde ich mit meiner Schreiberei  nie verdienen, dass ich mir die  leisten könnte, auch wenn sie gebührenfrei ist.

Facebook-Freunde

Vorgestern überquere ich in die Straße zum  Einkaufsmarkt und davor steht eine meiner neuen Facebook-Freundinnen. Hat mich letzte Woche angefragt.  Klar, ich kenne die Frau vom Sehen, sie ist die Cousine einer ehemaligen Bekannten und da habe ich eben ja gesagt. Auf so manch  schöner Fete war die früher auch immer mit dabei , aber ich hatte nie was mit ihr zu tun.  Ich werde nervös. Was soll ich jetzt machen, ihr um den Hals fallen, weil sie gestern so ein schönes Bild von sich eingestellt habe, was ich dann auch noch kommentiert habe. Nee, so gut kennen wir uns doch nicht. Sie wenigstens grüßen. Schließlich sind wir ja jetzt befreundet und ich könnt noch was Nettes zum Bild sagen.

Jetzt guckt sie gerade weg, wühlt in den Herbstblumen.  Das ist die Chance.  Ich könnte  ganz schnell vorbei gehen und so machen, als wenn ich sie nicht gesehen hätte. Das tue ich dann auch prompt. Später läuft sie noch einmal an der Kühltheke hinter mir vorbei, während ich die Haltbarkeitsdaten der Milch  besonders intensiv und lang studiere. Ich reihe mich an der Kasse ein und wer steht vor mir? Sie nickt mir dann zu und packt ihren Kram ein, ich nicke zurück und türme die Milchtüten aufs Band.  Ich atme auf,  fahr  erst mal zu meiner besten Freundin und sinke ihr erleichtert nach dem  Einkaufsstress in die Arme.

Die Macht der Worte

In meinen Blog habe ich ein Motto. „Sprache sagt am meisten aus, wenn Sprache nichts aussagen will.“ Diese Worte stammen wohl  von der berühmten Schriftstellerin Susan Sontag. Ich  bin aber nicht ganz sicher. Jedenfalls hat mich diese Aussage so berührt, dass ich sie als Wegweiser nehme. Im Grunde verstehe ich es so, dass viele Worte aus dem Bauch kommen und die Sprache der eigene Ausdruck jedes Menschen ist, wie auch immer das aussieht. Vieles in der Sprache zeigt, wer da vor einem steht, was er sagen will, allein an der Art wie er es tut. Sprache ist Sozialisation, Kalkül und doch steckt noch viel mehr dahinter. Sie kommt im spontanen Satz, im Witz oder im Klagen. Sprache ist vor allem Vielfalt. Worte haben Macht und Sprache spielt im Leben eine große Rolle. Nicht umsonst heißt es sogar in der Bibel: Am Anfang war das Wort.

Worte können heilen, sie können verletzten. Wer hat noch kein Machtwort gesprochen und dies vorher mit diesen Worten angekündigt? Sprache verführt und vernichtet. Das ist sie, die Macht der Sprache.

Interessant war gestern Abend im ZDF Kulturmontag ein Beitrag unter dem Thema Wortwechsel. Ein außergewöhnlicher Gast war die Sprachphilosophin Sybille Krämer.

Ein „apple“ zwischen Cola und Salzstange

Seitdem ich das Apple I-Pad habe, hat sich unser Kommunikationsverhalten deutlich verändert. Als gäbe  es tagsüber nicht genug Geplapper im Netz, auch abends holt uns nun die Informationswut ein. Neben der Fernsehzeitung liegt nun auch das Pad, wie zufällig.

Wenn mir das Programm bisher zu langweilig war, habe ich mal ein Buch zur Hand genommen oder eine Zeitschrift. Jetzt greife ich zum Pad. Wir streiten uns schon fast darum. Zwischen Krimi und Talkshow passt irgendwie immer auch noch ein Spiel (das macht natürlich der Mustermann, ich spiele ja nicht gern). Wenn eine Frage auftaucht, wird gleich gegoogelt.

Da wird der Knubbel unterm Fuß, der gerade Probleme beim Gehen macht, auf eine mögliche Krankheit hin erforscht oder der Kinofilm für die nächste Woche ausgesucht. Die Informationen sind nun noch schneller, weil das Pad so leicht in der Hand liegt und auch in der typischen Sofaposition irgendwie immer noch zwischen Colaglas und Salzstange passt. Kein Kabel, nichts stört.

Aber manchmal geht es auch auf die Nerven. Neulich spät abends habe ich mir das Teil gerade vom Gatten ergattert, weil ich noch mal schnell ins Facebook schauen wollte. Da packt der doch sein I-Phone aus und fängt ein  Spiel an. Nun war ich doch ein bisschen sauer und habe das Gerät ausgeschaltet. Irgendwann ist auch mal gut mit Kommunikation im Netz und man sollte sich mal ganz normal miteinander unterhalten, so von Mensch zu Mensch.

I-Pad(dy) and me

Ja, ich bin nun Besitzer eines iPad. Eigentlich wollte ich ja einen Laptop, aber mein Mustermann, technisch immer auf dem Laufenden, hat mich schon das ganze letzte Jahr genervt. Quatsch, so ein iPad ist viel besser, wies er mich schon nahezu jeden Abend auf das Ding hin. Das ist miniklein und super für die Handtasche. Da gibt es tolle Apps, super Spiele, kommt er in Fahrt. Ach, Spiele, so ein Quatsch, denke ich. Außer Trivial Pursiut hasse ich Spiele. Ich nehm jedes Mal reißaus, wenn ich nur Karten sehe. Todlangweilig. Ich lese viel lieber. „Aber für deine Termine, da bist du immer online, kannst vor Ort gleich schreiben und an die Redaktion schicken“, versucht er mich zu überzeugen. Gut, das kann ein notebook auch, meine ich. Jedenfalls habe ich dann lange weder an Laptop noch iPad gedacht. Bis der Heilige Abend kam.
Mit offenen Mund saß ich vor dem Geschenk, meine Kinder starrten mich erst neidisch an und haben mir dann die Applewelt erklärt. So langsam gewöhne ich mich an das Gerät. Und wahrscheinlich wird es so sein wie immer bei mir, erst maule ich und dann ist alles ganz super. Ich erinnere mich, dass ich noch vor 20 Jahren so gut wie nichts mit dem Computer anfangen konnte. Dann habe ich noch eine Fortbildung in Kommunikation gemacht und über Rechner, Maus und Tastatur ganze Prospekte gestaltet und später sogar Zeitung gemacht.

Ein Handy wollte ich partout nie benutzen, mittlerweile kann ich ohne das Ding schon nicht ins Bett gehen. Übrigens, ich merke gerade, blogen kann man mit so einem iPad auch.

Faszination Salondame

In meiner Fastenzeit komme ich auf allerlei lustige Ideen. Um die Küche mache ich einen großen Bogen und bin desto mehr hinter geistiger Nahrung her. Da kommen mir die Thementage in 3 sat gerade recht. Gestern ging es um die Preußen.  Geschichte kann so spannend sein. Besonders beeindruckt hat mich die Salondame Rahel Levin.

Rahel Levin

Sie war in den Jahren um 1800 herum die berühmteste Salondame  Berlins. Ihr galt am 6. Januar gegen Mitternacht eine ganze Sendung in den Thementagen. Die bedeutendsten Persönlichkeiten dieser Zeit gingen bei ihr zum Tee ein und aus. Darunter Alexander von Humboldt und Friedrich Schlegel .

Zwischen Tee und Gebäck wurde der Aufbruch in eine neue Zeit diskutiert. Einer der berühmtesten Teilnehmer am Teetisch war Prinz Louis Ferdinand von Preußen, ein Schöngeist und Rebell. Levin war Jüdin. Sie wollte immer Deutsche sein und dazugehören. Sie bezeichnete sich als Falschgeborene, wegen ihrer Religion. Aber gerade das war wahrscheinlich der größte Antrieb dafür ein großer Impulsgeber zu sein. Es heißt, sie habe über eine außergewöhnliche Intelligenz verfügt und eine große Gabe des Zuhörens. Dazu kam wohl darüber hinaus der Wunsch im Sinne des Neuen die Menschen miteinander zu verbinden. In ihrem Salon schaffte sie das wohl.

Sie schrieb viele Briefe und galt durch ihre Korrespondenz auch als Schriftstellerin, obwohl sie nie auch nur ein Buch veröffentlicht hat. Ihre ungewöhnliche Art zu denken und frei ihre Gedanken zu äußern, galt in diese Zeit als revolutionär, nur wenige konnten sich das leisten.

Von den Salonrunden gingen in dieser Zeit viele Impulse und Veränderungen aus.

Was das mit mir zu tun hat?

Das fragte ich mich auch bei meiner Faszination für diese Geschichte. Da fiel mir eine Begegnung ein. Neulich fragte mich eine Bekannte, was ich am liebsten machen würde, wenn ich alles tun könnte, ohne jegliche Einschränkung. Da kam ich merkwürdigerweise auf Salondame. Schon immer geht davon eine große Anziehung aus, wie unrealistisch das heute und vielleicht nur romantisch das nun auch sein mag.

Menschen kennen zu lernen,  mit und vor ihnen zu lernen,  finde ich total spannend, auch die Korespondenz mit ihnen reizt mich. Ich mag  den Stil der Briefe aus der damaligen Zeit. In vielen werden  die Menschen über die lange Zeit hinweg  fühlbar und so auch die Geschichte. Zudem  beschäftigt mich auch die Frage, welche Menschen Rahel heute einladen würde und was  die zu sagen hätten?

Internet im Redaktionsalltag

Internet, Internet, Internet

Der Redaktionsalltag hat sich verändert, und zwar stark. Man merkt die wachsende Bedeutung des Internets. Was ist die erste Breaking News? Was wird die zweite und die dritte?  Alles ist sehr viel schneller geworden als noch vor Jahren. Heute reicht ein Foto vom Unfall nicht mehr, der Bericht kommt gleich ins Netz und am besten noch ein Video dazu. Alles unter dem Motto: Wie kann man die Themen des Tages noch schneller machen, noch spannender verpacken?

Ich frage mich wirklich, ob man in Zukunft Lokales nur noch im Netz lesen wird. Klicks werden gezählt und gewertet. Das ist Kontrolle pur! Oder Richtung und Faden? Sicher  je nach Perspektive. Hilft der Leser beim Entwickeln einer neuen Zeitung kräftig mit? Eigentlich ist das ja das Beste was einem Schreiber passieren kann, die sofortige Kontrolle was gelesen werden will. Aber auch da kann man gleich kritisch werden. Ist  was der Leser vermeintlich lesen will auch das was man schreiben sollte? Oder lassen sich damit nur gute Werbeplätze verkaufen?

Viel mehr Menschen können nun durch ihre Kommentare ihre Meinung kundtun und so am demokratischen Prozess mitwirken. Die Hemmschwelle einen Kommentar abzugeben ist sicher geringer, als einen Leserbrief zu schreiben.

Der Umgang mit dem Netz mag für den Redakteur erst einmal eine zusätzliche Arbeit sein, aber vielleicht sichert er sich damit seine Zukunft. Es bleibt dabei. Irgendwer muss ja erst zum Unfall, dann  zur Eröffnung des neuen Krankenhauses und später in der  Parlamentssitzung brisante Themen aufdecken.

Traum oder Trauma

Technik, Technik, Technik

Wie  funktioniert das neue Faxgerät?  Ich lege gerade eine Rechnung für den Steuerberater an und will sie ihm gleich schicken. „Erst einziehen, dann von Kopie auf Fax umschalten und Nummer eingeben“, sagt der Kollege.  Bis ich das wieder drauf hab, denke ich nur. Jedes Gerät funktioniert anders, mit der Schrift nach unten, mal nach oben, mal muss es verdeckt in den Einzug gelegt werden. Stöhn. Es reicht mir wirklich manchmal. Der erste Versuch ist gleich ein ganzer Misserfolg, die kopierte Seite kommt als weißes Blatt wieder heraus. „Da stimmt was mit dem Fax nicht“, rufe ich. „Ach so, du hast auf Kopie gedrückt, erst musst du umschalten“, hallt es aus dem Büro hinter mir. Ich werde noch wahnsinnig und denke an den Drucker, den ich erst vor kurzem mit neuen Farbpatronen bestückt habe. Das kann ich mittlerweile. Das Gerät habe ich nun seit ein paar Jahren und kenne die Bestellnummer auswendig, nachdem ich einige Male die falschen Patronen mitbrachte und wieder zum Bürobedarf musste.

Da klingelt mein Handy, es funktioniert reibungslos, mit fliegenden Fingern tippe ich meine SMS hinein. Trick 17. Ich kaufe immer die gleiche Marke. So mache ich es auch bei meinem Fotoapparat. Jetzt habe ich eine neue Videokamera, leider ging das erste Video in die Hose, ich hatte den falschen Modus eingestellt. Das Programm zum Schneiden der Filme ist gar nicht so leicht, aber machbar, wenn man nette Kollegen hat, die helfen. Und es macht auch Spaß, wenn das fertige Produkt im Internet steht.

Genau wie der neue Flyer für die Maschinenfabrik, den mir die Druckerei gerade zugeschickt hat. Der ist ganz gut geworden. Wenn ich überlege wie viele Mausklicks ich dafür gebraucht habe, drei Programme muss ich dafür einigermaßen beherrschen. Ständig per e-mail die Korrekturen hin und herschicken, telefonieren, die Hindernisse der Internet-Druckerei überwinden….und, und , und… Da piepst das Fax. Die Sendung ist durch – endlich. Auch diese technische Hürde ist wieder einmal eine von vielen, die für diesen Tag geschafft ist. Jetzt geh ich nach Hause – ich muss noch die Waschmaschine anstellen.