Die Langsamkeit des Winters

Lange Zeit haben wir uns nach diesen Wintern gesehnt, immer wieder gejammert, dass es keinen Schnee mehr gibt wie früher, als alles noch in scheinbar in Ordnung war. Heute türmen sich die Schneeberge wieder, das Thermometer fällt in den Keller. Ist nun alles wieder in Ordnung? Nein. Nun ist der Winter  schlimm, weil das Klima ja in Unordnung ist .  Oder ist etwa mit uns etwas nicht in Odnung? Früher holte man das Holz in Hütte, machte den Ofen an  und kuschelte sich ein. Weite Wege mussten nur die wenigsten zurück legen. Verkehrschaos kannte man in diesen Ausmaßen nicht. Das  Leben in unseren Breitengraten war über den Jahreswechsel einfach  langsamer, daran musste man sich halten.

Der Verkehr wuchs in den vergangenen 20 Jahren sehr stark an, in diesen Jahren waren die Winter meist mild, die Probleme daher vielleicht auch kleiner als jetzt. Wir sind nicht mehr auf wochenlange dicke Schneeberge und Eiseskälte eingestellt.

LKW werden aber trotz aller Warnungen  auf die Autobahnen geschickt, alle wissen sie bleiben stecken. Kilometerlange Staus sind vorprogrammiert, viele Verkehrstote auch. Das nimmt man eben in Kauf, statt mal einen oder zwei Tage zu warten. Selbst die Züge fahren nicht planmäßig, Schienen frieren ein, Verspätungen und lange Wartezeiten in kalten Bahnhöfen sind die Folge. Wer braucht das schon?

Es ist ein wenig so, als wolle die Welt uns zeigen, dass wir nicht alles kontrollieren können. Im Gegenteil das Wetter kontrolliert uns, hält uns im Griff, immer noch. Der viele Schnee und das Eis bringen mir ein Stück Gelassenheit.  Ich werde ruhig, weil ich eh nichts dagegen tun kann. Das ist  die Langsamkeit des Winters. Gut, dass es ihn wieder gibt.

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Fühlen und Bewusstsein

Wer sich selbst kennt und mit seinen Gefühlen umgehen kann, der kann sich selbst besser führen und mit anderen auskommen. Der bewusste Umgang mit sich und anderen wird in einer Welt der Teamarbeit immer wichtiger und kann helfen Gewalt und Sucht vorzubeugen. Das ist nun sogar für das Bundes- Bildungsministerium wichtig. Es unterstützt ein Projekt dafür eigens für Kindergärten. Dort lernen schon die Kleinsten in unserer Gesellschaft Gefühle bewusst einzusetzen.

Das Projekt Papilio zeigt es. Es wurde eigens für Kindergärten von Pädagogen und Psychologen wissenschaftlich als Konzept entwickelt. Dabei lernen schon Kinder ab 3 Jahren ihre Gefühle spielerisch kennen. Vier Puppen der Augsburger Puppenkiste wurden eigens dafür geschaffen, die für die vier Grundgefühle  Angst,  Wut, Freude und Trauer stehen. In einem Puppenspiel werden die Kinder langsam daran heran geführt, diese Gefühle bei sich und anderen wahr zu nehmen und sie zu beschreiben. Sie erfahren so, dass jeder solche Gefühle hat und was man tun kann, um damit umzugehen. Sie sehen, dass auch die anderen Kinder sich mal so, mal so fühlen. So lernen sie den Umgang mit den Gefühlen der anderen. Das Konzept beinhaltet noch einen Tag, an dem die Kinder ohne Spielzeug miteinander spielen sowie ein Spiel, dass sie mit sozialen Regeln konfrontiert. Das Konzept oder das Programm gibt es seit Februar 2009 und wird zurzeit mit viel Erfolg in den Kindergärten eingeführt.

Kindergärtnerinnen berichten über gute Erfolge,  Kinder, die bisher Außenseiter waren, wurden in die Gruppe integriert. Das Programm soll helfen Sucht- und Gewaltproblemen im Jugendlichen- und Erwachsenenalter vorzubeugen. In Hessen wird es von der AOK finanziell erheblich mit unterstützt. Die Krankenkasse zahlte bisher 500.000 Euro für die Einführung des Programms in die Kindergärten. Weitere 150.000 Euro folgen dieses Jahr.

Marinetten  der Augsburger Puppenkiste symbolisieren Gefühle Angst, Zorn, Trauer und Freude.

Symbolisisern die Gefühle Wut Trauer Freude und Angst