Angst hat viele Gesichter

Bewundernswert offen: So zeigte sich mir Gerhard Hinneburg im Interview. Ein Soldat, der sein ganzes Leben lang von Angst gequält wird, und sie immer wieder verbergen muss. Da wächst der Druck über die Jahre bis er quasi expoldiert. Seine Lösung ist es nun nach außen zu gehen und sich anderen mitzuteilen, Luft abzulassen und für andere Betroffene da zu sein.

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Zwanzig Säcke voller Laub

Buß und Bettag

Eben sehe ich gerade: Heute ist Buß- und Bettag. Wahrscheinlich deswegen habe ich mich heute morgen schnell entschlossen mal nicht ins Büro zu gehen sondern ins Laub. Hinter meinem Haus habe ich meinen Privatwald, wie ich ihn immer nenne. Im Sommer spendet er Schatten und ist mit seinem Blätterdach einfach zauberhaft, ein bisschen wild romantisch und elfenzart in der Kirschblüte. Im November hasse ich ihn, denn dann haben die beiden Kirschen, die alten Buchen, Apfelbäume und die Lärche eine Menge Arbeit für mich. Laubrechen gehört nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen, vor allem dann nicht, wenn ich vor lauter Blättern und Nadeln kein Land mehr sehe und bis zum Hals in den vom Regen klammen Resten des Sommers walke. Da fallen mir alle meine Sünden ein. Ich steigere mich in mein Schicksal, reche zusammen, lese auf und packe alles in zwanzig grüne Säcke. Am Abend schmerzt das Kreuz, ich bin schlagkaputt, bete und bin dankbar,  dass ich es für dieses Jahr mal wieder geschafft habe. Heute ist eben Buß- und Bettag.

Fühlen und Bewusstsein

Wer sich selbst kennt und mit seinen Gefühlen umgehen kann, der kann sich selbst besser führen und mit anderen auskommen. Der bewusste Umgang mit sich und anderen wird in einer Welt der Teamarbeit immer wichtiger und kann helfen Gewalt und Sucht vorzubeugen. Das ist nun sogar für das Bundes- Bildungsministerium wichtig. Es unterstützt ein Projekt dafür eigens für Kindergärten. Dort lernen schon die Kleinsten in unserer Gesellschaft Gefühle bewusst einzusetzen.

Das Projekt Papilio zeigt es. Es wurde eigens für Kindergärten von Pädagogen und Psychologen wissenschaftlich als Konzept entwickelt. Dabei lernen schon Kinder ab 3 Jahren ihre Gefühle spielerisch kennen. Vier Puppen der Augsburger Puppenkiste wurden eigens dafür geschaffen, die für die vier Grundgefühle  Angst,  Wut, Freude und Trauer stehen. In einem Puppenspiel werden die Kinder langsam daran heran geführt, diese Gefühle bei sich und anderen wahr zu nehmen und sie zu beschreiben. Sie erfahren so, dass jeder solche Gefühle hat und was man tun kann, um damit umzugehen. Sie sehen, dass auch die anderen Kinder sich mal so, mal so fühlen. So lernen sie den Umgang mit den Gefühlen der anderen. Das Konzept beinhaltet noch einen Tag, an dem die Kinder ohne Spielzeug miteinander spielen sowie ein Spiel, dass sie mit sozialen Regeln konfrontiert. Das Konzept oder das Programm gibt es seit Februar 2009 und wird zurzeit mit viel Erfolg in den Kindergärten eingeführt.

Kindergärtnerinnen berichten über gute Erfolge,  Kinder, die bisher Außenseiter waren, wurden in die Gruppe integriert. Das Programm soll helfen Sucht- und Gewaltproblemen im Jugendlichen- und Erwachsenenalter vorzubeugen. In Hessen wird es von der AOK finanziell erheblich mit unterstützt. Die Krankenkasse zahlte bisher 500.000 Euro für die Einführung des Programms in die Kindergärten. Weitere 150.000 Euro folgen dieses Jahr.

Marinetten  der Augsburger Puppenkiste symbolisieren Gefühle Angst, Zorn, Trauer und Freude.

Symbolisisern die Gefühle Wut Trauer Freude und Angst