Krachbum

Mein Auto ist weg

Immer wieder mein Lieblingsthema: Es kommt alles anders……… Ein schöner Abend erwartet mich, vermute ich. Der Haushalt einer kleinen Gemeinde soll vorgestellt werden. Nicht Großes, wie überall bei uns müssen die Kommunen sparen. Das Geld ist knapp, die Wirtschaftskrise zeigt ihre Krallen. Als einziger Tagesordnungspunkt prangt der Etat fürs laufende Jahr auf der Tagesordnung. Da bin ich nach ner knappen Stunde wieder zu Hause. Denke ich aber nur. Die Sitzung ist schnell zu Ende, wie gesagt, die Gemeinde muss sparen. Und dann heim aufs Sofa.

Ich öffne die Autotür und will einsteigen. Von wegen. Eine Teilnehmerin der Sitzung schreit über den Platz. „Mein Auto ist geklaut“. Ich fühle mich verantwortlich, ein junges Mädchen, ich gehe zu ihr, frage was war, tröste sie. Das Auto ist tatsächlich verschwunden. Der reine Wahnsinn folgt. Nach  Tränen und Trösten, kommen wir auf die Idee die Polizei zu rufen, der Bürgermeister hat sich inzwischen auch dazu gesellt, will helfen. Die Polizei kommt, sie hatte das Auto schon gefunden. „Das hat einen Unfall gebaut“, sagt der Polizist. Wo waren sie in der Zeit von……?

Staunen, Entsetzen, die junge Frau weint, ist verzweifelt, ich tröste sie. Jetzt muss sie noch rechenschaft ablegen. Es regnet in Strömen. Wir sind klatschnass. Das Auto steht vor einer Mauer, 200 Meter den steilen Abhang der Straße hinunter. Kein Mensch ist weit und breit zu sehen. Wir kombinieren. Der Gang hat sich gelöst, das Auto sich selbständig gemacht, rollte die Straße hinunter, fuhr über einen Zaun und prallte gegen die Hauswand. Das Mädchen ist entsetzt. Wir trösten wieder, es war sonst keinem was passiert. Es kübelt wie aus Eimern. Wir schauen auf das Auto, können in der Dunkelheit aber nicht viel erkennen. Dennoch. Der Schaden hält sich in Grenzen. Die Polizei, die Zeitung, der Bürgermeister und die junge Frau – alle sind erleichtert.

Aufs Sofa komme ich erst zwei Stunden nach Ende der Sitzung, es war eben mal wieder alles anders als geplant.