Fühlen und Bewusstsein

Wer sich selbst kennt und mit seinen Gefühlen umgehen kann, der kann sich selbst besser führen und mit anderen auskommen. Der bewusste Umgang mit sich und anderen wird in einer Welt der Teamarbeit immer wichtiger und kann helfen Gewalt und Sucht vorzubeugen. Das ist nun sogar für das Bundes- Bildungsministerium wichtig. Es unterstützt ein Projekt dafür eigens für Kindergärten. Dort lernen schon die Kleinsten in unserer Gesellschaft Gefühle bewusst einzusetzen.

Das Projekt Papilio zeigt es. Es wurde eigens für Kindergärten von Pädagogen und Psychologen wissenschaftlich als Konzept entwickelt. Dabei lernen schon Kinder ab 3 Jahren ihre Gefühle spielerisch kennen. Vier Puppen der Augsburger Puppenkiste wurden eigens dafür geschaffen, die für die vier Grundgefühle  Angst,  Wut, Freude und Trauer stehen. In einem Puppenspiel werden die Kinder langsam daran heran geführt, diese Gefühle bei sich und anderen wahr zu nehmen und sie zu beschreiben. Sie erfahren so, dass jeder solche Gefühle hat und was man tun kann, um damit umzugehen. Sie sehen, dass auch die anderen Kinder sich mal so, mal so fühlen. So lernen sie den Umgang mit den Gefühlen der anderen. Das Konzept beinhaltet noch einen Tag, an dem die Kinder ohne Spielzeug miteinander spielen sowie ein Spiel, dass sie mit sozialen Regeln konfrontiert. Das Konzept oder das Programm gibt es seit Februar 2009 und wird zurzeit mit viel Erfolg in den Kindergärten eingeführt.

Kindergärtnerinnen berichten über gute Erfolge,  Kinder, die bisher Außenseiter waren, wurden in die Gruppe integriert. Das Programm soll helfen Sucht- und Gewaltproblemen im Jugendlichen- und Erwachsenenalter vorzubeugen. In Hessen wird es von der AOK finanziell erheblich mit unterstützt. Die Krankenkasse zahlte bisher 500.000 Euro für die Einführung des Programms in die Kindergärten. Weitere 150.000 Euro folgen dieses Jahr.

Marinetten  der Augsburger Puppenkiste symbolisieren Gefühle Angst, Zorn, Trauer und Freude.

Symbolisisern die Gefühle Wut Trauer Freude und Angst

Hutewald

Wandern auf der Waldweide

Nordhessen: Premiumweg im historischen Knüllwälder Hutewald

Rengshausen. Schon der erste Schritt ins satte Grün ist angenehm weich. Sanft drückt sich der Fuß in den dicken  Waldboden, das Laub vom letzten Herbst raschelt noch unter den Schuhen. Etwas weiter oben kommt das Naturgefühl auch an. Der Duft von Kiefern und Fichten  weht in die Nase. Automatisch atmet man tief durch. Das ist Wandern in exklusiver Ausführung – unterwegs auf dem Premiumwanderweg Hutewald  mitten im Knüll.

Etwa dreieinhalb Stunden dauert die Tour durch die Waldlandschaft,  vorbei an wunderschönen Ausblicken  in den Knüll. Gleich zu Beginn der Route, die in Rengshausen an der Freilichtbühne beginnt, muss man nach einem Kilometer einfach stoppen. Die Belohnung für die erste Strecke offenbart sich sofort. Im Tal liegt  der Ferienort im Knüll. Drei Mühlen, die Papiermühle, die Schneidemühle und die Knottenmühle trugen früher zum Wirtschaften bei. Heute sind sie  historische  Sehenswürdigkeiten. Zwei Straßen schlängeln sich malerisch aus dem Dorf hinauf auf die gegenüberliegende Höhe. Der Frühling zaubert mit seiner wilden Blüte frische Farbtupfer ins Bild.

Dort  befindet sich eine Schutzhütte, wo man sich zur Rast zurückziehen kann und die müden Wanderbeine baumeln lassen kann.

Hutewald

Doch jetzt geht es erst einmal weiter zur Attraktion des Weges: dem Hutewald. Das 13 Hektar große Gebiet wurde früher als Waldweide genutzt. Die Dorfbewohner trieben ihr Vieh zum Äsen aus dem Dorf in den Wald, dort ernährten sich die Tiere von dem Laub, Gras, Waldgewächsen und im Herbst von den Bucheckern. Ein Hirte hütet die wertvollen Tiere, meist Ziegen und Kühe, daher der Begriff Hutewald.  Unter den über 300 Jahre alten dicken Buchen fanden die Tiere ihr Futter. Diese Tierhaltung war bis ins das späte 17. Jahrhundert hinein üblich in der Region. Später wurden die Tiere im Stall gehalten.

Hebammenpfad

Der Weg bis dort hinauf erinnert an Wanderungen in den Alpen. Trampelpfade führen durch die pralle Natur. Der Sauerklee blüht lilafarben am Wegesrand, hier und da lugt der Wachholder aus dem Boden. Sogar die für diese Landschaft seltene  Heide hat  auf einer der freien Flächen einen Teppich ausgebreitet. Bizarr schlängelt sich ein kleiner Bach hinunter in das Tal durch die wild romantische  Landschaft, parallel zum ehemaligen Hebammenpfad. Der Waldweg soll früher die Verbindung für die Hebammen gewesen sein, die vom entfernten Licherode herüber nach Rengshausen eilten, wenn eine Geburt anstand. Ansonsten gibt es noch mehr historische Geschichten, die auf der Wanderung erzählt, auch den Intellekt anregen.

Die Studentensteine erinnern an drei Studenten, die dort der Sage nach im 16. Jahrhundert auf ihrem Weg nach Marburg ermordet wurden. Von dort kann man den Großen Inselsberg in Thüringen erkennen. Der geistige Blick kann auch ins Beiserhaus schweifen. Die Jugendeinrichtung wurde im Jahr 1841 von Pfarrer Emil Rausch für gefährdete Kinder gegründet, heute ist es Ausbildungsstätte. 400 Jahre alte Eichen liegen am Wegesrand des Mühlberges. Die elf Kilometer lange Runde schließt wieder am Freilichtmuseum – und dann ist der Rundweg an einem der schönsten Hutewälder der Region leider vorbei.                                                                                                     Christine Thiery

Prädikatswanderwege: Bei Prädikatswanderwegen wird darauf geachtet, dass ein möglichst kleiner Teil auf Fahrwegen verläuft, die überwiegende Strecke soll auf Naturboden und Wegen mit Pfadcharakter verlaufen. Naturschönheiten, Wechsel der Landschaftsformationen, Ausblicke, Sehenswürdigkeiten und kulturelle Aspekte tragen zur Attraktivität bei. Gute Markierung und Ausschilderung sind wichtig. Der Hutewaldweg in Rengshausen trägt das deutsche Wandersiegel Premiumweg.

Tipp: Wanderschuhe und Rucksackverpflegung wird empfohlen. Im Ort gibt es Gasthäuser, Hotels und ein Lebensmittelgeschäft.

Kontakt: Knüll-Touristik: www. knuelltouristik.de

Tel. 05681 – 930808.