Frei und schön: Das ist sie wirklich.

Endlich mal eine  erfrischende und differenzierte Sicht auf sich selbst: Astrid Herrmann-Haase hat für mich den Vogel abgeschossen mit ihrem Brief an die Zeitschrift „emotion“. Die hatten ihre Leserinnen gebeten, sich zu äußern wie zufrieden sie mit sich sind.

Astrid Herrmann-Haase

Astrids Fazit: „Frei und schön“, das bin ich. Sie ist schön, erfolgreich und intelligent, trägt Größe 44 und sagt unter anderem: Ich mag meine Kurven wirklich sehr gern. Mein Gesicht ist wohlgeformt und schön. Ich fühle mich stark. Kräftig. Ausreichend schnell. Dynamisch und machtvoll. Ich kann sein. Ich darf sein. Ich bin total richtig. .….. Dann kommt jemand von außen und lässt mich spüren, dass ich als dick angesehen werde. Das macht mich wütend und auch traurig. Es ist ein gesellschaftlicher Blick, der nicht wirklich frei ist. Und ich mag es, frei zu sein. Freiheit bedeutet so viel. Es bedeutet alles. So viele Menschen sind nicht frei. Nehmen Dinge oder Meinungen auf und können diese nicht hinterfragen, sich und die Welt reflektieren und womöglich neu bewerten. Das liegt vermutlich am Menschensein. Es ist einfach. Einfachheit tut gut. Aber ist das nicht vielleicht auch zu wenig? Ich für mich finde es zu wenig, Ich will viel. Ich will sehen. Spüren. Leben. Und vor allem will ich frei sein. Groß, stark und selbstbestimmt……Astrid heißt: Sternenseglerin und schöne Göttin. Ich finde das passt. Frei und schön, das bin ich. Wenn ich ein Bild von mir zeichnen könnte, wäre ich eine brüllende, den Betrachter direkt anblickende, wild zerzauste, naturverbundene, tätowierte und freie Frau. ( Quelle: emotion 10/12)

Ich schaue auf die alten Bräuche

Fritzlar. Eigentlich ist der November nicht unbedingt der perfekte Monat für die Kräutersuche, aber Anna Hutter aus Fritzlar geht mit mir den Weg in der Ederaue ab, auf dem sie sonst Kräuterführungen anbietet. Und siehe da, Brennesseln und Mierre säumen den Wegesrand, hier und da lugt noch ein Löwenzahn aus dem Gras.  Die Blüten  sind natürlich nicht so satt wie im Sommer. Im Winter ziehen sich die Säfte der Kräuter in die Wurzel, lerne ich. Die 26-Jährige hat eine ungewöhnliche Berufung. Sie sagt: „Ich bin eine Kräuterfrau“.

Beim Anblick der zierlichen und vitalen Sozialpädagogin will man dem Klischee einer Kräuterfrau, wie man sie vielleicht  aus Erzählungen im Mittelalter her kennt, nicht folgen. Eine moderne junge Frau läuft neben mir her, die vor Begeisterung nur so sprüht. „Ich will das alte Naturkunde Wissen weiter geben“, sagt sie als wir bei Temperaturen um den Nullpunkt die Eder entlang gehen. Während ich den Mantel noch enger um mich schlage, kommt sie beim Erzählen in Wallung. Nach dem Studium des Sozialwesens in Kassel bildete sie sich in der Heilpflanzenkunde bei Doris Grappendorf in Köddingen weiter, lernte dort viel über Kräuter und wie sie zum Wohlbefinden beitragen können. „Ich war schon als Kind an der Natur sehr interessiert“, sagt sie. Sie stammt aus Kasachstan und wuchs in Bad Wildungen auf.

Das jahrhunderte alte Wissen der heilkundigen Frauen aus dem Mittelalter sei mittlerweile wissenschaftlich bewiesen und füge sich so in die Moderne ein. „Mit Esoterik hat das alles nichts zu tun“, erklärt sie.

So kommt es mir auch nicht vor. Die junge Frau wirkt klar und aufgeschlossen. Sie bringt die Fakten auf den Punkt und spickt das Ganze mit spannender Geschichte.  Da erfahre ich sogar noch etwas über die Hexenverfolgung in der Neuzeit. Dann schwenkt sie wieder zum Die wirke entwässernd,  eigne sich im Frühjahr prima für eine Entschlackungskur und unterstützte bei Krankheiten wie Rheuma und Gicht. Ich bin froh, wenn ich das Kraut überhaupt erkenne. Das Thema der Kräuterheilkunde ist für die junge Frau aber nicht ganz einfach. „Ich darf nicht therapieren. Anwendungen mit Kräutern müssen immer mit dem Arzt abgesprochen werden. Jeder Körper ist anders und reagiert dementsprechend,“ betont sie. Von Selbstmedikation rät sie ab. Das sei immer eine heikle Sache.

Der Abschluss der Phytotherapeutin, den sie mit ihren Studien erworben hat, ist zwar in Österreich anerkannt, aber nicht in Deutschland.  Daher spezialisierte sie sich auf den pädagogischen Bereich. Sie arbeitet als umweltpädagogische Honorarkraft,  meist führt sie Kinder im Wildpark Knüll durch den Wald, bestimmt Kräuter, erzählt ihre Geschichten dazu und kocht. Als Kräuterweib verkleidet besucht sie mittelalterliche Märkte und wird von Gemeinden gebucht. Ihre kleine Firma, über die sie diese  Angebote und Kräuterführungen abwickelt, nennt sie Haggeflüster- das soll die Verbindung zu den Hageweibern  zeigen.

„Auf dieser Wiese blüht der Löwenzahn im Sommer in  Massen“, hält sie dann an.  Löwenzahn sei ein reiner Ginsengersatz. Er rege die Funktion von  Leber und Darm an und man könne quasi alles davon essen, Blüte, Stängel und Blätter und Wurzeln.  Löwenzahntee zähle zum  Aphrotisiakum, sei besser als jeder Kaffee und die anregende Wirkung halte lange Zeit an. „Die Kräuter wachsen da, wo sie gebraucht werden“, sagt die Fachkundige. Sie kommt ins Schwärmen und hört nicht mehr auf und entdeckt noch ein Sträußchen Vogelmiere.

Ich kenne das zwar vom Sehen, aber hätte dem nie eine wohl tuende Wirkung zugesschrieben. Als Tee, Salat und Quark entfalte sie ihre Wirkung. Sie sei anregend und helfe bei Hautproblemen. So geht das dann die ganze Zeit weiter: Ich lerne Kräuter kennen, die ich gerade mal vom Namen her kenne. Hutter rät:  Esst die Kräuter, sie haben viele wichtige Spurenelemente und Mineralien. Das Thema ist unerschöpflich.  In ihrer Küche probiert sie vieles aus, fertigt Tinkturen und Tees, schafft neue Rezepte und kann gar nicht genug von der Vielfalt der Kräuter  bekommen.

„Ich bin eine Frau, die auf alte Bräuche schaut“, meint sie und gibt sogar nach eine Wetterprognose. St. Martin sei ein Lostag. „Es war sonnig, das heißt der Winter wird lang und kalt“, fügt sie hinzu.  Na, dann freue ich mich jetzt schon mal auf die ersten frischen Kräuter nach dem langen kalten Winter.  (ZTY)

Neues entsteht aus dem Eigenen und in der Resonanz

Eine faszinierende Frau ist diese Viera Janarcekova. Sie lebt seit 25 Jahren ganz zurück gezogen inmitten der Natur bei uns im Knül und absolvierte nun ein Stipendium am Künstlerhaus Villa Concordia in Bamberg. Ich habe sie in ihrer Umgebung im Knüll besucht. Und dort entsteht diese spezielle Musik. Das ist ein  großer Kontrast und zeigt wie sehr die Künstlerin aus dem eigenen schöpft aber auch die Inspiration braucht für die Entwicklung. Hier geht es zum Video.

Facebook-Freunde

Vorgestern überquere ich in die Straße zum  Einkaufsmarkt und davor steht eine meiner neuen Facebook-Freundinnen. Hat mich letzte Woche angefragt.  Klar, ich kenne die Frau vom Sehen, sie ist die Cousine einer ehemaligen Bekannten und da habe ich eben ja gesagt. Auf so manch  schöner Fete war die früher auch immer mit dabei , aber ich hatte nie was mit ihr zu tun.  Ich werde nervös. Was soll ich jetzt machen, ihr um den Hals fallen, weil sie gestern so ein schönes Bild von sich eingestellt habe, was ich dann auch noch kommentiert habe. Nee, so gut kennen wir uns doch nicht. Sie wenigstens grüßen. Schließlich sind wir ja jetzt befreundet und ich könnt noch was Nettes zum Bild sagen.

Jetzt guckt sie gerade weg, wühlt in den Herbstblumen.  Das ist die Chance.  Ich könnte  ganz schnell vorbei gehen und so machen, als wenn ich sie nicht gesehen hätte. Das tue ich dann auch prompt. Später läuft sie noch einmal an der Kühltheke hinter mir vorbei, während ich die Haltbarkeitsdaten der Milch  besonders intensiv und lang studiere. Ich reihe mich an der Kasse ein und wer steht vor mir? Sie nickt mir dann zu und packt ihren Kram ein, ich nicke zurück und türme die Milchtüten aufs Band.  Ich atme auf,  fahr  erst mal zu meiner besten Freundin und sinke ihr erleichtert nach dem  Einkaufsstress in die Arme.

Abenteuer Afrika

Wieder einmal bin ich einer beeindruckenden jungen Frau begegnet. Es gibt so viele junge Menschen, die sich etwas trauen, ihren ganz eigenen Weg gehen und der Spur ihrer Leidenschaft folgen. So eine mutige junge Frau ist Hanna-Lena Reich aus der Schwalm. Sie studiert Afrikanismus und setzt sich für die Menschen in Afrika ein. Neben der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Thema will sie sich auch vor Ort für die Menschen engagieren, sucht den Austausch und die Begegnung, es bleibt nicht nur bei der Theorie.  Und dennoch hat man den Eindruck, dass sie schon jetzt auch eine professionelle Distanz zu schwierigen, elenden Situationen hat.

Sie sieht auch das positive, das bunte Afrika mit seiner kulturellen Vielfalt und nicht nur die  die hohe Kriminalität oder die Armut. Sie verfällt nicht dem Helfersyndrom sondern bewahrt sich die professionelle Distanz, was sicher keine leichte Aufgabe ist und trotzdem spürt man die Leidenschaft.

Hanna Lena Reich

Begegnung mit dem Elend

Nausis. Nun ist sie wieder zu Hause, sitzt am Waldrand zwischen Weinreben im heimischen Garten in Nausis. Um sie herum herrscht die ländliche Ruhe.

Das war im vergangenen Monat noch anders. Hanna-Lena Reich (24) lebte ein halbes Jahr im lauten Nairobi, wo sie innerhalb ihres Afrika-Studiums für die Vereinten Nationen arbeitete. Von dort berichtete sie für die HNA über ihre aufregenden Erlebnisse in der Millionenstadt sowie ihre Urlaube in Tansania und an der Küste Kenias.

Im Moment sei sie froh in Deutschland zu sein. Sie genieße die Natur im deutschen Frühling. Aber die Erlebnisse in Nairobi wirken noch nach und Hanna-Lena überlegt, ob eine Arbeit bei den Vereinten Nationen (UN) eine berufliche Perspektive ist. „Die Arbeit war interessant, aber so ganz anders als ich es erwartet habe“, sagte sie.

Einsatz für die Frauen

Die Nausiserin wirkte an dem Projekt „Safer Cities“ mit und beschäftigte sich mit der Sicherheit von Frauen in Städten. Das Leben in Nairobi mit einer der höchsten Kriminalitätsraten der Welt ist gefährlich: Vergewaltigung, Prostitution, Gewalt seien an der Tagesordnung. „Die Schicksale sind oft unglaublich hart und viele Menschen haben keine Perspektive“, erzählt Hanna-Lena. 60 Prozent der Menschen in Nairobi lebten in Slums teils ohne Strom, Wasser und Toiletten. Lebensgeschichten hörte sie viele, auch im berühmten Slum Kibera, in dem 200 000 Menschen leben. Das Elend war für die junge Frau schwer zu ertragen. „Ich hatte gedacht, ich sei abgehärtet.“

Sie selbst wohnte in einem der reichen Viertel der Stadt. Die großen Gegensätze waren für sie erschreckend. „Ich war in Afrika und doch nicht richtig da“, meint sie. „Wir sollten die Welt verbessern und gingen abends essen, das passt nicht zusammen.“

Ins Schwärmen kommt die Studentin als sie von ihrem Besuch in Dar es Salaam in Tansania erzählt. Dort arbeitete sie vor zwei Jahren bei einem Wasserprojekt und besuchte die Menschen nun wieder. „Mein Herz hängt sehr an diesem Ort.“ Die Menschen seien ebenfalls arm, aber das Leben sei nicht so schlimm wie das der Slumbewohner.

Immer wieder Afrika

Immer wieder zieht es Hanna-Lena nach Afrika. Schon als sie zum ersten Mal als Schülerin dort war, war sie Feuer und Flamme. Den Menschen auf diesem Kontinent bei ihrer Entwicklung zu helfen, sieht sie als ihre Aufgabe. Ein Schwerpunkt sei Frauenarbeit. Die Unterdrückung der Frau sei extrem. Die Studentin spürt wie viel Glück sie hat, sich so ganz nach ihren Vorstellungen entwickeln zu können. „Ich brauche Abenteuer und Abwechslung. Mir ist schnell langweilig.“

In Afrika gebe es keine Langeweile. Zu bunt sei das Leben dort, zu kontrastreich und spannend die Eindrücke.

Nun fährt sie wieder nach Bayreuth zum Studium. Aber irgendwann geht es wohl wieder in Richtung Afrika.

Von Christine Thiery HNA vom 22. Mai 2011

Pelzigs Patenkind Clara

Auch mit 23 Jahren kann man noch einmal Patenkind werden: Clara S.  hat das geschafft. Und ihr Patenonkel ist berühmt. Er wird sie sogar ins Fernsehen bringen. Der Talkkabarettist im ZDF, Erwin Pelzig, suchte ein studentisches Patenkind. Die in Kassel studierende junge Frau setzte sich gegen 900 Bewerber durch und wird am kommenden Dienstag, 12. April, 22.45 Uhr in der Sendung “Pelzig hält sich” vorgestellt.

“Regelmäßige Auftritte in der Sendung sind Teil der Patenschaft”, sagt Clara. Erwin Pelzig heißt eigentlich Frank-Markus Barwasser. Clara traf den Kabarettisten am Sonntag in Würzburg zum Casting. Da trug er natürlich nicht das typische Cordhütchen der Kunstfigur und war weder sarkastisch noch bissig, sondern ganz einfach sehr sympathisch und unkompliziert. Die Chemie stimmte sofort. “Ich habe mich gleich ganz locker gefühlt”, sagt sie. Trotzdem war sie nicht sicher, ob sie das Rennen machen würde, es waren noch zwei weitere Kandidaten in der Endrunde.

“Pelzig will wirklich so was wie ein Patenonkel sein”, sagt Clara. Er interessiere sich für ihr Studium, ihre Hobbys und wie sie als Studentin lebt. Er rief  persönlich an, um ihr den Sieg mitzuteilen und schob keinen Redakteur dazwischen.

Clara studiert in Kassel soziale Arbeit und wird demnächst zusätzlich eine Ausbildung als Spieleleiterin beginnen. Sie spielt selbst Theater und leitet zusammen mit ihrem Vater die Theatergruppe der Stadtjugendpflege, “Die durchgebrannten Pürierstäbe” in Bad Hersfeld. Jugendliche über das Theater zu begeistern, sieht sie als Teil einer guten Jugendarbeit und das Theater ist ihre Leidenschaft.

Daher stammt auch die Verbindung zum Kabarett. Clara findet die Figur Erwin Pelzig äußerst interessant, witzig und vor allem intelligent, weshalb sie sich nach dem Aufruf im Fernsehen und Internet sofort bewarb. Ein bisschen plötzlich kommt nun alles doch. Sie hatte gar nicht daran geglaubt, verfasste das Bewerbunsgvideo eher locker und wollte sich überraschen lassen. “Das war schon eher frech”, meint sie. Im Moment ist sie gerade etwas überwältigt. “Das ist sehr aufregend”, sagt sie.

Wie es weiter geht, weiß sie noch nicht, es soll sich erst alles entwickeln. “Ich bin ja auch für Pelzig das erste Patenkind”, meint sie. Ihm sei es wichtig gewesen, jemanden zu finden, der richtig im Studentenleben steht und auch Unterstützung braucht. “Wie das Studium soziale Arbeit  im einzelnen aussieht, kann er sich gar nicht vorstellen”, erzählt sie.

Zunächst fährt die junge Frau nun am Dienstag nach München ins Studio. Dort soll sie den Manager und ehemaligen BDI-Chef Hans-Olaf Henkel Henkel mit interviewen. Neben ihm wird noch Judith Holofernes  von der Band “Wir sind Helden” und Professor Dr. Gerd Bosbach auftreten.(zty)

siehe auch HNA

PS: Der ganze  Name der Studentin  sollte laut zdf erst einmal nicht veröffentlicht werden, um sie zu schützen. Und ich habe mich entschieden, ein Bild erst  nach der Sendung in diesen Blog einzufügen.

Immer diese Katastrophen

Wenn ich heute das Internet anstelle und die Bilder von dem Erdbeben in Neuseeland sehe, dann merke ich wie sehr mich diese Bilder belasten aber auch wie sehr mich diese ganzen Katastrophen nerven. Das klingt wenig mitfühlend, aber das kann man schon fast nicht mehr mental bewältigen.

Gestern ging es um Libyen, vorgestern um Kämpfe in Ägypten und heute um das Erdbeben, kaum zuvor waren es Brände, Überschwemmungen, Haiti und was noch. Die Welt ist groß und die Katastrophen rücken durch das Netz immer näher. Ob sie tatsächlich zugenommen haben, kann ich hier nicht belegen, aber sie sind eindeutig näher gekommen und das überlastet mein System manchmal schon. Früher stand mal ein kleiner Artikel in der Zeitung. Es war alles noch weit weg. Durch die teils erschreckenden Bilder und die Aufmache wirken die „Katastrophen“ ganz anders. Will ich das bewerten?

Nein, nicht immer und nicht gleich.  Aber ich frage mich, was bewirkt das bei uns? Sollen wir etwas daraus lernen? Klimaschutz beispielsweise? Ist das so? Kümmern wir uns dann wirklich  mehr um die CO2 Reduzierung? Dämmen wir unsere Häuser, bauen bessere Heizungen ein, lassen das Auto stehen? Oder vielleicht hat das auch was Gutes? Bewegt sich politisch was in den afrikanischen Ländern? Was bringt das? Auf jeden Fall ein schnelleres Leben, bei dem man nie weiß, welche Katastrophe morgen kommt und mit welchen vielleicht spürbaren Auswirkungen.

Starke Frauen braucht das Land

Das passt wieder zu meinem Thema mit den Müttern im Land. In der neuesten Ausgabe der  emotion,  gibt es ein Interview mit unserer schönen Maria Furtwängler. Das Thema: Wir brauchen starke Frauen als Vorbilder.

Emotion Januar 2011

Sagt´s und macht es selbst gleich vor. Sie spricht über das Thema Muttersein in Kombination mit Beruf und dem neuen Verständnis der Frauen. Der Umgang der französischen Frauen mit dem Muttersein und der Karriere ist  seit Jahren anders. Dort ist es längst selbstverständlich, dass Frauen Beruf und Familie auch in Führungspositionen miteinander kombinieren.

Das Thema taucht bewusst in ihrer Rolle als Tatortkommissarin mit Kind auf. Sie ist trotz Mutterseins eine Kommissarin mit Leib und Seele und macht die Rolle der arbeitenden Mütter und sogar Alleinerziehenden damit sichtbar. Gerade weil vieles daneben geht, wirkt das so lebensecht. Die Leidenschaft zwischen Kind und Karriere teilen, diesen Zwiespalt erleben bestimmt viele Frauen, die gern ihrem Beruf nachgehen. Beides haben, lange Zeit war das verpönt, hier in unserem Land.

Ein interessanter Beitrag, eine interessante Frau und vor allem eine, die ihre Rolle als Vorbild ernst nimmt und dabei glaubhaft bleibt.

Faszination Salondame

In meiner Fastenzeit komme ich auf allerlei lustige Ideen. Um die Küche mache ich einen großen Bogen und bin desto mehr hinter geistiger Nahrung her. Da kommen mir die Thementage in 3 sat gerade recht. Gestern ging es um die Preußen.  Geschichte kann so spannend sein. Besonders beeindruckt hat mich die Salondame Rahel Levin.

Rahel Levin

Sie war in den Jahren um 1800 herum die berühmteste Salondame  Berlins. Ihr galt am 6. Januar gegen Mitternacht eine ganze Sendung in den Thementagen. Die bedeutendsten Persönlichkeiten dieser Zeit gingen bei ihr zum Tee ein und aus. Darunter Alexander von Humboldt und Friedrich Schlegel .

Zwischen Tee und Gebäck wurde der Aufbruch in eine neue Zeit diskutiert. Einer der berühmtesten Teilnehmer am Teetisch war Prinz Louis Ferdinand von Preußen, ein Schöngeist und Rebell. Levin war Jüdin. Sie wollte immer Deutsche sein und dazugehören. Sie bezeichnete sich als Falschgeborene, wegen ihrer Religion. Aber gerade das war wahrscheinlich der größte Antrieb dafür ein großer Impulsgeber zu sein. Es heißt, sie habe über eine außergewöhnliche Intelligenz verfügt und eine große Gabe des Zuhörens. Dazu kam wohl darüber hinaus der Wunsch im Sinne des Neuen die Menschen miteinander zu verbinden. In ihrem Salon schaffte sie das wohl.

Sie schrieb viele Briefe und galt durch ihre Korrespondenz auch als Schriftstellerin, obwohl sie nie auch nur ein Buch veröffentlicht hat. Ihre ungewöhnliche Art zu denken und frei ihre Gedanken zu äußern, galt in diese Zeit als revolutionär, nur wenige konnten sich das leisten.

Von den Salonrunden gingen in dieser Zeit viele Impulse und Veränderungen aus.

Was das mit mir zu tun hat?

Das fragte ich mich auch bei meiner Faszination für diese Geschichte. Da fiel mir eine Begegnung ein. Neulich fragte mich eine Bekannte, was ich am liebsten machen würde, wenn ich alles tun könnte, ohne jegliche Einschränkung. Da kam ich merkwürdigerweise auf Salondame. Schon immer geht davon eine große Anziehung aus, wie unrealistisch das heute und vielleicht nur romantisch das nun auch sein mag.

Menschen kennen zu lernen,  mit und vor ihnen zu lernen,  finde ich total spannend, auch die Korespondenz mit ihnen reizt mich. Ich mag  den Stil der Briefe aus der damaligen Zeit. In vielen werden  die Menschen über die lange Zeit hinweg  fühlbar und so auch die Geschichte. Zudem  beschäftigt mich auch die Frage, welche Menschen Rahel heute einladen würde und was  die zu sagen hätten?

Menschen vom anderen Ende der Welt

Manchmal lerne ich Menschen kennen, die sehen fast genauso aus wie wir, sind aber ganz irgendwie ganz anders. Madina Scharipowa kommt aus Tadschikistan. Für mich war das ein bisschen wie am Ende der Welt…. Sie war als Lehrerin  in einer der Hauptstädte des Landes, kann deutsch und ist damit wohl priveligiert. Das Land ist jung, alle wollen es aufbauen.  Es war ein kurzer Besuch. Ich hätte gern mehr erfahren….trotzdem interessant…. Hier geht es zu Madina