Pfarrerin Christina Bergmann war ein Mann

In der Zeitschrift Geowissen mit dem Titel „Die Lebensmitte“ traf ich auf einen Bericht  von Constanze Kindel, der mich wirklich überrascht hat. Sie erzählt die Geschichte von Pfarrer Christoph Bergmann, der sich mit 42 Jahren entschließt, sich seinen innigsten Wunsch zu erüllen und sich so anzunehmen, wie er sich seit seiner Kindheit innen fühlt, als Frau und zur Pfarrerin Christina Bergmann wird. „Ihre zwei Kinder nennen sie immer noch Papa.“

Leider ist der Artikel nur im Heft zu lesen.

Neustart

Neues Jahr, neues Glück

Seit diesem Jahr arbeite ich nun als freie Journalistin. Jetzt sind auch die Visitenkarten aus dem Druck. Schlicht und einfach sollten sie sein, und nun wollen sie verteilt werden. Ich hoffe, sie bringen mir Glück und sind auch der Auftakt, diesen Blog wieder zu aktivieren.

Im vergangenen Jahr hatte ich sehr einnehmende Aufgaben, weshalb es hier ganz schön still war. Ich wollte dennoch diese Seite von mir beibehalten.

Stelen in Berlins Mitte

Berliner Stelen

Da stehe ich mitten in den Berliner Stelen, dem Holocaust Mahnmal von Peter Eisenmann, das seit 2005 in der Nähe des Brandenburger aufgebaut ist. Die 2711 Stelen erinnern in der Form an Gräber. Obwohl es bedrückend ist, fällt von oben an diesem Silverstertag 2013 Licht hinein und auch von den vier Seiten, die ich von der Mitte heraus fotografiert habe, leuchtet es. Das macht Hoffnung. Die Menschen tanzen auf den Stelen, hüpfen hinauf und herab. Das war nicht geplant, wird nun aber als Teil des Kunstwerks interpretiert und es ist, als bringe es Leben und Leichtigkeit in ein sonst sehr schweres Thema, es weicht es auf. Das gefällt mir. Beides darf da sein. Das Gedenken und die Hoffnung.

Das Einzige, worauf man sich verlassen kann, ist die Veränderung.

Ursula Karven
Ursula Karven

„Kaum ein Gott vereint in seinem Wesen solche Gegensätze wie Shiva, der Gott der Zerstörung und der Erneuerung. Deshalb fasziniert er mich so. Schlägt er auf die kleine Trommel, die er an seinem Dreizack trägt, kann er damit das gesamte Weltall wachrütteln. Shiva ist furchteinflösend und gütig zugleich.
Dort wo wir ein Bedürfnis nach Sicherheit haben und und wünschen, dass Dinge so bleiben, wie sie sind, schubst er uns aus dem Nest. Er ist am Wirken, wann immer es an der Zeit ist, alte Hüllen abzulegen oder Grenzen zu sprengen und zu neuen Ufern aufzubrechen. Das kann natürlich schmerzhaft sein, auch wenn man später erkennt, dass es richtig war. Deshalb denke ich an Shiva, wenn es um das Thema Loslassen geht. Der Wandel gehört zum Leben. Meinen Kindern sage ich immer: „Das Einzige, auf das ihr euch verlassen könnt, ist die Veränderung.“ Die Dinge verändern sich unentwegt. Ohne Loslassen gibt es keinen Neubeginn. So wie im Frühling die Blätter fallen müssen, damit im Frühling neue sprießen können.“

Ursula Karven, Loslassen, Yogaweisheiten für dich und überall

Esel 456 oder Huhn 654

Mist, ich habe schon wieder mein Passwort bei amazon vergessen. Ich will mir gerade ein neues Buch kaufen und komme mal wieder nicht in meinen Account.  Hund789! oder Katzezulix`/. Grübel, ich war schon länger nicht mehr im Internetkaufhaus und habe es einfach vergessen.

Für die meisten Zugänge habe ich ein Passwort, das ich jetzt mit einem augeklügelten System immer wieder gering aber dennoch originell verändere, wegen der Sicherheit natürlich. Manche sind aber uralt und folgen noch einem anderen System, das ich mir vor ein paar Jahren ausgedacht habe. Meist so einfach oder lustig , dass ich es mir einfach merken muss (müsste).

Mittlerweile komme ich echt ins Trudeln, weil ich nicht nur bei mehreren Klamotten-, Buch- und Musikläden angemeldet bin, sondern auch noch bei Facebook, Twitter, goggle,  Instagramm und natürlich mehrere Mailadressen besitze und dazu noch diesen Blog.  Es kommt fast jeden Tag was Neues hinzu.

Und wenn ich eins hasse, dann ist es dies: die Adresse mehrfach falsch einzugeben und dann im Netz vor verschlossener Tür zu stehen. Haben Sie ihr Passwort vergessen? Dann schicken wir Ihnen eine Nachricht auf ihr Handy oder wir schicken Ihnen eine Mail, dann geben Sie ihr Passwort neu ein. Grrrrrr. Neulich hatte ich deswegen  mal mehrere Tage keinen Anschluss meiner Hauptmailadresse. Ich telefonierte eine gefühlte Woche mit einer freundlichen Dame am Callcenter bei GMX , immer wieder trat dazu noch ein Fehler auf. 

Also noch mal überlegen:  Esel 456 oder doch Huhn 654????

Pfiffige Idee

Pfiffi

 

Pfiffige Idee

Retro hält in viele Bereiche Einzug. Jetzt gibt es wieder den pfiffigen Schlüsselanhänger, den ich noch aus den siebziger Jahren kenne. Ich erinnere mich an einen Heilig Abend, als mein Vater solch einen Pfiffi geschenkt bekam. Mit einem zufriedenen Grinsen überreichte meine Mutter das Geschenk, das helfen sollte ein leidiges Problem aus dem Haus zu schaffen. „Wo ist mein Schlüssel“, rief der gestresste Vielarbeiter oft durchs Haus. Ob er gerade auf dem Weg zu einer Messe war oder  den Autoschlüssel suchte, zum Fußball oder in die Firma fahren wollte. Der Schlüssel war nie da wo er sein sollte und stundenlanges Suchen an der Tagesordnung. Die dramatische Aktion endete oft mit dem Satz: „Den haben sie mir geklaut“. Das war ganz sicher nicht der Fall, meist fand sich das Stück irgendwo zwischen Wäschebergen oder auch außen an der Eingangstür steckend wieder.

Meine Mutter war dieses ewige Spiel leid und hatte die Lösung gefunden. Ein Schlüsselanhänger, der auf das Pfeifen mit einem Piepen reagierte, baumelte fortan am Schlüsselbund meines Vaters und trug nun eher zur Lust als zum Frust bei.  Wir pfiffen fortan alle fröhlich durch das Haus und hatten unseren Spaß daran wenn es nicht funktionierte, andererseits einfach so los ging und aus allen Ecken unvermittelt ein Piepen klang. Irgendwann gaben wir es auf,  der Anhänger flog aus dem Haus und das alte Spiel ging wieder los.

An Heilig Abend packte ich nun das Geschenk meiner Kinder aus. Was sehe ich da, ein Pfiffi. Als ich in ihre Gesichter sah, grinsten beide breit. „Damit sie dir den Schlüssel nicht wieder klauen“, sagten sie wie aus einem Mund.

Aber es wiederholt sich eben nicht nur das: Kaum steige ich ins Auto ein und das Radio geht an, piepst das Teil fast wie im Takt dazu. Rede ich mal ein bisschen lauter, schlägt es an und ich erschrecke regelrecht. Manchmal weiß ich gar nicht, warum es jetzt schon wieder piept. Da suche ich doch lieber wieder. Es wird schon keiner meinen Schlüssel klauen, das glaube ich ja nun wirklich nicht.

 

Mastercard Gold, von wegen…….

Es hupt. Meine Freundin wartet unten im Auto auf mich, wir wollen ins Kino. Ich will noch schnell eine dringende Mail wegschicken und schalte den Computer an. Da öffnet sich so ein blödes Fenster „Gebührenfrei Mastercard Gold?“.  Ich klicke auf den Schließenbutton.  Nix passiert. Ah, da sind zwei Felder :„ Ja oder Nein“. Es hupt schon wieder , dieses Mal mehrfach. Ich drücke schnell auf Nein. Ich will jetzt keine Mastercard Gold und auch sonst nie.  Ich will in meinen mail-account.  Statt dass der ganze Werbekram nun weg ist, öffnet sich ein neues Fenster. Ich platze bald. Wie geht der Mist nun weg? Mittlerweile bin ich auf  Hundert und klicke wild hin und her, endlich reagiert das Teil und die Internetwerbung verschwindet. Ich ruf der Freundin runter, dass ich bald da bin, schicke meine Post weg und will den Computer ausschalten, da taucht jetzt auch noch ein Fenster für die Yogamattenwerbung auf. Trotz mehrfachen Klickens lässt sich der Computer nicht herunterfahren. Ich ziehe abrupt den Stecker.  Jetzt geht das Ding endlich aus. Mastercard Gold: So viel Geld werde ich mit meiner Schreiberei  nie verdienen, dass ich mir die  leisten könnte, auch wenn sie gebührenfrei ist.

Bambus mit dicken Armen

Im Internet Klamotten zu kaufen ist ja nicht so einfach. Da muss man sich zwar in keine Kabine zwängen und bei grellem Neonlicht seinen Körper im Spiegel betrachten, wobei garantiert kein Makel verborgen bleibt, aber Tücken hat das auch. Meist passt der Kram hinten und vorne nicht und man schickt die Ladung kurzerhand wieder an den Hersteller zurück. Der Versandhandel qiero hat sich was ganz Besonderes einfallen lassen, damit die Klamotte auch passt. Qiero gibt zu jedem Teil, ob Mantel, Shirt oder Jeans einen Typtipp. Er unterscheidet nicht nur zwischen Apfel und Birne, was ja schon lang bekannt ist,  also Frau mit zuviel Bauch oder Po.  Nein, da gibt es auch noch Wespe und jetzt auch Bambus. Wespe ist die mit der Taille, die ich mir mein Leben lang gewünscht habe. Bambus war mir ganz neu, so ungefähr bin ich. Typ,  viel Oberkörper, keine Taille und unten rum dünner als oben. Nur das mit den schlanken Armen stimmt nicht. Also ich bin Bambus mit dicken Armen. Wieder was gelernt.

Ba
Typ Bambus

Frei und schön: Das ist sie wirklich.

Endlich mal eine  erfrischende und differenzierte Sicht auf sich selbst: Astrid Herrmann-Haase hat für mich den Vogel abgeschossen mit ihrem Brief an die Zeitschrift „emotion“. Die hatten ihre Leserinnen gebeten, sich zu äußern wie zufrieden sie mit sich sind.

Astrid Herrmann-Haase

Astrids Fazit: „Frei und schön“, das bin ich. Sie ist schön, erfolgreich und intelligent, trägt Größe 44 und sagt unter anderem: Ich mag meine Kurven wirklich sehr gern. Mein Gesicht ist wohlgeformt und schön. Ich fühle mich stark. Kräftig. Ausreichend schnell. Dynamisch und machtvoll. Ich kann sein. Ich darf sein. Ich bin total richtig. .….. Dann kommt jemand von außen und lässt mich spüren, dass ich als dick angesehen werde. Das macht mich wütend und auch traurig. Es ist ein gesellschaftlicher Blick, der nicht wirklich frei ist. Und ich mag es, frei zu sein. Freiheit bedeutet so viel. Es bedeutet alles. So viele Menschen sind nicht frei. Nehmen Dinge oder Meinungen auf und können diese nicht hinterfragen, sich und die Welt reflektieren und womöglich neu bewerten. Das liegt vermutlich am Menschensein. Es ist einfach. Einfachheit tut gut. Aber ist das nicht vielleicht auch zu wenig? Ich für mich finde es zu wenig, Ich will viel. Ich will sehen. Spüren. Leben. Und vor allem will ich frei sein. Groß, stark und selbstbestimmt……Astrid heißt: Sternenseglerin und schöne Göttin. Ich finde das passt. Frei und schön, das bin ich. Wenn ich ein Bild von mir zeichnen könnte, wäre ich eine brüllende, den Betrachter direkt anblickende, wild zerzauste, naturverbundene, tätowierte und freie Frau. ( Quelle: emotion 10/12)