Bambus mit dicken Armen

Im Internet Klamotten zu kaufen ist ja nicht so einfach. Da muss man sich zwar in keine Kabine zwängen und bei grellem Neonlicht seinen Körper im Spiegel betrachten, wobei garantiert kein Makel verborgen bleibt, aber Tücken hat das auch. Meist passt der Kram hinten und vorne nicht und man schickt die Ladung kurzerhand wieder an den Hersteller zurück. Der Versandhandel qiero hat sich was ganz Besonderes einfallen lassen, damit die Klamotte auch passt. Qiero gibt zu jedem Teil, ob Mantel, Shirt oder Jeans einen Typtipp. Er unterscheidet nicht nur zwischen Apfel und Birne, was ja schon lang bekannt ist,  also Frau mit zuviel Bauch oder Po.  Nein, da gibt es auch noch Wespe und jetzt auch Bambus. Wespe ist die mit der Taille, die ich mir mein Leben lang gewünscht habe. Bambus war mir ganz neu, so ungefähr bin ich. Typ,  viel Oberkörper, keine Taille und unten rum dünner als oben. Nur das mit den schlanken Armen stimmt nicht. Also ich bin Bambus mit dicken Armen. Wieder was gelernt.

Ba
Typ Bambus

Frei und schön: Das ist sie wirklich.

Endlich mal eine  erfrischende und differenzierte Sicht auf sich selbst: Astrid Herrmann-Haase hat für mich den Vogel abgeschossen mit ihrem Brief an die Zeitschrift „emotion“. Die hatten ihre Leserinnen gebeten, sich zu äußern wie zufrieden sie mit sich sind.

Astrid Herrmann-Haase

Astrids Fazit: „Frei und schön“, das bin ich. Sie ist schön, erfolgreich und intelligent, trägt Größe 44 und sagt unter anderem: Ich mag meine Kurven wirklich sehr gern. Mein Gesicht ist wohlgeformt und schön. Ich fühle mich stark. Kräftig. Ausreichend schnell. Dynamisch und machtvoll. Ich kann sein. Ich darf sein. Ich bin total richtig. .….. Dann kommt jemand von außen und lässt mich spüren, dass ich als dick angesehen werde. Das macht mich wütend und auch traurig. Es ist ein gesellschaftlicher Blick, der nicht wirklich frei ist. Und ich mag es, frei zu sein. Freiheit bedeutet so viel. Es bedeutet alles. So viele Menschen sind nicht frei. Nehmen Dinge oder Meinungen auf und können diese nicht hinterfragen, sich und die Welt reflektieren und womöglich neu bewerten. Das liegt vermutlich am Menschensein. Es ist einfach. Einfachheit tut gut. Aber ist das nicht vielleicht auch zu wenig? Ich für mich finde es zu wenig, Ich will viel. Ich will sehen. Spüren. Leben. Und vor allem will ich frei sein. Groß, stark und selbstbestimmt……Astrid heißt: Sternenseglerin und schöne Göttin. Ich finde das passt. Frei und schön, das bin ich. Wenn ich ein Bild von mir zeichnen könnte, wäre ich eine brüllende, den Betrachter direkt anblickende, wild zerzauste, naturverbundene, tätowierte und freie Frau. ( Quelle: emotion 10/12)