Gehnauh (Punkt) und ohhhkäiiiiiiii verbinden

Jugendsprache verändert sich ja ständig. Zwei Worte scheinen im Moment unglaublich modern zu sein. Genau und okay. Genau bedeutet so viel wie: Ja, da verstehst du mich. Nun langt es aber nicht das ständig und an jeden Satz zu hängen wo dies zutrifft, auch der Ton spielt eine Rolle. Genau wird nämlich immer in ähnlicher Weise ausgesprochen, meist eher schnell. Phonetisch etwa so: Gehnauh. (dann folgt eine Pause, also Punkt). Beide Silben werden in etwa gleich betont.  Dazu hebt der junge Mensch die Augenbrauen  an und wippt Kopf und  Oberkörper leicht mit, damit das Gegenüber sich bestätigt fühlt. Genau dient gerne auch als Lückenfüller und es  kommt immer gut, das Wort manchmal einfach ganz locker in die Runde zu werfen. So zeigt man, dass man dabei ist.

Anders beim okay, was so viel heißt wie: Ja, ich verstehe dich. Das kennt man ja nun schon lang, aber das I-Tüpfelchen ist die Betonung. Sie liegt auf einer langgezogenen zweiten Silbe, wobei die Stimme zum Schluss gern noch etwas hoch gezogen werden darf.  Phonetisch könnte das etwa so aussehen:  Ohhhkäiiiiiiiii.  Im Unterschied zum Gehnauh Punkt reißt das junge Wesen die Augen dabei eher weit auf und verharrt so einen Augenblick.  Auch hier gilt: Immer schön im Gespräch verstreuen.

Vielleicht ersetzen beide Worte das etwas veraltete „Hmmm“ unserer Generation. Wenn ich mich recht erinnere, kann man das verwenden für „ja, ich verstehe dich“, und „ja,  du verstehst mich“. Ach, was ein Gelaber, ist doch egal.  Hauptsache wir verstehen uns.

Pelzigs Patenkind Clara

Auch mit 23 Jahren kann man noch einmal Patenkind werden: Clara S.  hat das geschafft. Und ihr Patenonkel ist berühmt. Er wird sie sogar ins Fernsehen bringen. Der Talkkabarettist im ZDF, Erwin Pelzig, suchte ein studentisches Patenkind. Die in Kassel studierende junge Frau setzte sich gegen 900 Bewerber durch und wird am kommenden Dienstag, 12. April, 22.45 Uhr in der Sendung “Pelzig hält sich” vorgestellt.

“Regelmäßige Auftritte in der Sendung sind Teil der Patenschaft”, sagt Clara. Erwin Pelzig heißt eigentlich Frank-Markus Barwasser. Clara traf den Kabarettisten am Sonntag in Würzburg zum Casting. Da trug er natürlich nicht das typische Cordhütchen der Kunstfigur und war weder sarkastisch noch bissig, sondern ganz einfach sehr sympathisch und unkompliziert. Die Chemie stimmte sofort. “Ich habe mich gleich ganz locker gefühlt”, sagt sie. Trotzdem war sie nicht sicher, ob sie das Rennen machen würde, es waren noch zwei weitere Kandidaten in der Endrunde.

“Pelzig will wirklich so was wie ein Patenonkel sein”, sagt Clara. Er interessiere sich für ihr Studium, ihre Hobbys und wie sie als Studentin lebt. Er rief  persönlich an, um ihr den Sieg mitzuteilen und schob keinen Redakteur dazwischen.

Clara studiert in Kassel soziale Arbeit und wird demnächst zusätzlich eine Ausbildung als Spieleleiterin beginnen. Sie spielt selbst Theater und leitet zusammen mit ihrem Vater die Theatergruppe der Stadtjugendpflege, “Die durchgebrannten Pürierstäbe” in Bad Hersfeld. Jugendliche über das Theater zu begeistern, sieht sie als Teil einer guten Jugendarbeit und das Theater ist ihre Leidenschaft.

Daher stammt auch die Verbindung zum Kabarett. Clara findet die Figur Erwin Pelzig äußerst interessant, witzig und vor allem intelligent, weshalb sie sich nach dem Aufruf im Fernsehen und Internet sofort bewarb. Ein bisschen plötzlich kommt nun alles doch. Sie hatte gar nicht daran geglaubt, verfasste das Bewerbunsgvideo eher locker und wollte sich überraschen lassen. “Das war schon eher frech”, meint sie. Im Moment ist sie gerade etwas überwältigt. “Das ist sehr aufregend”, sagt sie.

Wie es weiter geht, weiß sie noch nicht, es soll sich erst alles entwickeln. “Ich bin ja auch für Pelzig das erste Patenkind”, meint sie. Ihm sei es wichtig gewesen, jemanden zu finden, der richtig im Studentenleben steht und auch Unterstützung braucht. “Wie das Studium soziale Arbeit  im einzelnen aussieht, kann er sich gar nicht vorstellen”, erzählt sie.

Zunächst fährt die junge Frau nun am Dienstag nach München ins Studio. Dort soll sie den Manager und ehemaligen BDI-Chef Hans-Olaf Henkel Henkel mit interviewen. Neben ihm wird noch Judith Holofernes  von der Band “Wir sind Helden” und Professor Dr. Gerd Bosbach auftreten.(zty)

siehe auch HNA

PS: Der ganze  Name der Studentin  sollte laut zdf erst einmal nicht veröffentlicht werden, um sie zu schützen. Und ich habe mich entschieden, ein Bild erst  nach der Sendung in diesen Blog einzufügen.