Strategie der kleinen Schritte

Keiner will ihn so richtig loslassen und er will es auch nicht. Was im Moment um Karl-Theodor zu Guttenberg herum geschieht, ist ein Phänomen. Dass die eigenen Reihen um CSU und CDU den beliebtesten Bundespolitiker der letzten Jahre nicht gehen lassen will, scheint klar zu sein. Nach einem solchen Publikumsmagnet hat die Partei jahrelang gesucht. Er ist für sie viel zu wertvoll, als dass man ihn einfach so ziehen lassen kann, selbst wenn er Fehler gemacht hat.

Irgendwie scheint sich eine Strategie der kleinen  Schritte zu entwickeln. Wir schauen mal wie weit wir kommen wird zum Motto. Peu á peu, werden Fehler erst geleugnet, dann eingeräumt und später mit Reue bedauert und der Doktortitel zurück gezogen. Man beobachtet genau die Stimmung im Volk und in der Presse/Internet und reagiert darauf.  Es ist ein klares Taktieren, ein Aussitzen und  keiner weiß ganz genau wie es ausgehen wird, aber die Chancen für Guttenberg stehen immer noch gut. Zu gut sind immer noch die Umfragewerte des Ministers.

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Immer diese Katastrophen

Wenn ich heute das Internet anstelle und die Bilder von dem Erdbeben in Neuseeland sehe, dann merke ich wie sehr mich diese Bilder belasten aber auch wie sehr mich diese ganzen Katastrophen nerven. Das klingt wenig mitfühlend, aber das kann man schon fast nicht mehr mental bewältigen.

Gestern ging es um Libyen, vorgestern um Kämpfe in Ägypten und heute um das Erdbeben, kaum zuvor waren es Brände, Überschwemmungen, Haiti und was noch. Die Welt ist groß und die Katastrophen rücken durch das Netz immer näher. Ob sie tatsächlich zugenommen haben, kann ich hier nicht belegen, aber sie sind eindeutig näher gekommen und das überlastet mein System manchmal schon. Früher stand mal ein kleiner Artikel in der Zeitung. Es war alles noch weit weg. Durch die teils erschreckenden Bilder und die Aufmache wirken die „Katastrophen“ ganz anders. Will ich das bewerten?

Nein, nicht immer und nicht gleich.  Aber ich frage mich, was bewirkt das bei uns? Sollen wir etwas daraus lernen? Klimaschutz beispielsweise? Ist das so? Kümmern wir uns dann wirklich  mehr um die CO2 Reduzierung? Dämmen wir unsere Häuser, bauen bessere Heizungen ein, lassen das Auto stehen? Oder vielleicht hat das auch was Gutes? Bewegt sich politisch was in den afrikanischen Ländern? Was bringt das? Auf jeden Fall ein schnelleres Leben, bei dem man nie weiß, welche Katastrophe morgen kommt und mit welchen vielleicht spürbaren Auswirkungen.

Ein „apple“ zwischen Cola und Salzstange

Seitdem ich das Apple I-Pad habe, hat sich unser Kommunikationsverhalten deutlich verändert. Als gäbe  es tagsüber nicht genug Geplapper im Netz, auch abends holt uns nun die Informationswut ein. Neben der Fernsehzeitung liegt nun auch das Pad, wie zufällig.

Wenn mir das Programm bisher zu langweilig war, habe ich mal ein Buch zur Hand genommen oder eine Zeitschrift. Jetzt greife ich zum Pad. Wir streiten uns schon fast darum. Zwischen Krimi und Talkshow passt irgendwie immer auch noch ein Spiel (das macht natürlich der Mustermann, ich spiele ja nicht gern). Wenn eine Frage auftaucht, wird gleich gegoogelt.

Da wird der Knubbel unterm Fuß, der gerade Probleme beim Gehen macht, auf eine mögliche Krankheit hin erforscht oder der Kinofilm für die nächste Woche ausgesucht. Die Informationen sind nun noch schneller, weil das Pad so leicht in der Hand liegt und auch in der typischen Sofaposition irgendwie immer noch zwischen Colaglas und Salzstange passt. Kein Kabel, nichts stört.

Aber manchmal geht es auch auf die Nerven. Neulich spät abends habe ich mir das Teil gerade vom Gatten ergattert, weil ich noch mal schnell ins Facebook schauen wollte. Da packt der doch sein I-Phone aus und fängt ein  Spiel an. Nun war ich doch ein bisschen sauer und habe das Gerät ausgeschaltet. Irgendwann ist auch mal gut mit Kommunikation im Netz und man sollte sich mal ganz normal miteinander unterhalten, so von Mensch zu Mensch.