Faszination Salondame

In meiner Fastenzeit komme ich auf allerlei lustige Ideen. Um die Küche mache ich einen großen Bogen und bin desto mehr hinter geistiger Nahrung her. Da kommen mir die Thementage in 3 sat gerade recht. Gestern ging es um die Preußen.  Geschichte kann so spannend sein. Besonders beeindruckt hat mich die Salondame Rahel Levin.

Rahel Levin

Sie war in den Jahren um 1800 herum die berühmteste Salondame  Berlins. Ihr galt am 6. Januar gegen Mitternacht eine ganze Sendung in den Thementagen. Die bedeutendsten Persönlichkeiten dieser Zeit gingen bei ihr zum Tee ein und aus. Darunter Alexander von Humboldt und Friedrich Schlegel .

Zwischen Tee und Gebäck wurde der Aufbruch in eine neue Zeit diskutiert. Einer der berühmtesten Teilnehmer am Teetisch war Prinz Louis Ferdinand von Preußen, ein Schöngeist und Rebell. Levin war Jüdin. Sie wollte immer Deutsche sein und dazugehören. Sie bezeichnete sich als Falschgeborene, wegen ihrer Religion. Aber gerade das war wahrscheinlich der größte Antrieb dafür ein großer Impulsgeber zu sein. Es heißt, sie habe über eine außergewöhnliche Intelligenz verfügt und eine große Gabe des Zuhörens. Dazu kam wohl darüber hinaus der Wunsch im Sinne des Neuen die Menschen miteinander zu verbinden. In ihrem Salon schaffte sie das wohl.

Sie schrieb viele Briefe und galt durch ihre Korrespondenz auch als Schriftstellerin, obwohl sie nie auch nur ein Buch veröffentlicht hat. Ihre ungewöhnliche Art zu denken und frei ihre Gedanken zu äußern, galt in diese Zeit als revolutionär, nur wenige konnten sich das leisten.

Von den Salonrunden gingen in dieser Zeit viele Impulse und Veränderungen aus.

Was das mit mir zu tun hat?

Das fragte ich mich auch bei meiner Faszination für diese Geschichte. Da fiel mir eine Begegnung ein. Neulich fragte mich eine Bekannte, was ich am liebsten machen würde, wenn ich alles tun könnte, ohne jegliche Einschränkung. Da kam ich merkwürdigerweise auf Salondame. Schon immer geht davon eine große Anziehung aus, wie unrealistisch das heute und vielleicht nur romantisch das nun auch sein mag.

Menschen kennen zu lernen,  mit und vor ihnen zu lernen,  finde ich total spannend, auch die Korespondenz mit ihnen reizt mich. Ich mag  den Stil der Briefe aus der damaligen Zeit. In vielen werden  die Menschen über die lange Zeit hinweg  fühlbar und so auch die Geschichte. Zudem  beschäftigt mich auch die Frage, welche Menschen Rahel heute einladen würde und was  die zu sagen hätten?

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3 Gedanken zu “Faszination Salondame

  1. Mein Jugendtraum war auch immer, einen Salon zu führen, in dem sich Künstler, Intellektuelle, Politiker, Manager, Wissenschaftler, schöne Frauen etc. treffen und austauschen. Genauso habe ich mir schon die Frage gestellt, wen ich da heute einladen würde… die Sendung auf 3 sat habe ich leider nicht gesehen… LG Marya

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