Zwanzig Säcke voller Laub

Buß und Bettag

Eben sehe ich gerade: Heute ist Buß- und Bettag. Wahrscheinlich deswegen habe ich mich heute morgen schnell entschlossen mal nicht ins Büro zu gehen sondern ins Laub. Hinter meinem Haus habe ich meinen Privatwald, wie ich ihn immer nenne. Im Sommer spendet er Schatten und ist mit seinem Blätterdach einfach zauberhaft, ein bisschen wild romantisch und elfenzart in der Kirschblüte. Im November hasse ich ihn, denn dann haben die beiden Kirschen, die alten Buchen, Apfelbäume und die Lärche eine Menge Arbeit für mich. Laubrechen gehört nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen, vor allem dann nicht, wenn ich vor lauter Blättern und Nadeln kein Land mehr sehe und bis zum Hals in den vom Regen klammen Resten des Sommers walke. Da fallen mir alle meine Sünden ein. Ich steigere mich in mein Schicksal, reche zusammen, lese auf und packe alles in zwanzig grüne Säcke. Am Abend schmerzt das Kreuz, ich bin schlagkaputt, bete und bin dankbar,  dass ich es für dieses Jahr mal wieder geschafft habe. Heute ist eben Buß- und Bettag.

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