Begeisterung stoppen

Presse klatscht nicht

Das  fühlt sich schon oft komisch an:  Ich sitze zwischen vielen Menschen, etwa bei einer politischen Veranstaltung, einer Ehrung, im Theater und  bin im Dienst der Zeitung unterwegs.  Alles um mich herum klatscht, nur ich nicht. Als einzige lasse ich die Hände am Kuli und starre auf meinen Block. Die Devise lautet: Presse klatscht nicht. Der Hintergrund ist ganz einfach. Wegen der Objektivität sollte man keine Meinung zeigen. Mit dem Klatschen tut man dies aber.

Das finde ich nicht immer so toll. Als Mensch ist man nun einfach ein soziales Wesen. Ich fände es klasse mal laut zu klatschen dürfen,  wenn der Parteifreund  geehrt wird, den ich kenne und einfach nur nett finde, auch wenn wir politisch nicht auf einer Welle sind. Super wäre es auch die Hände vor Begeisterung laut aneinander zu bringen, wenn der Tenor so toll singt, dass mir das Herz blutet oder die Rednerin einen exzellenten Vortrag gehalten hat.  Da bedauere ich manchmal Kurt Tucholskys Worte: Der Journalist ist überall dabei, aber gehört nirgends dazu. So ähnlich fühle ich mich dann auch.  Naja, zum Trost darf ich dann ja was darüber schreiben.

 

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