Menschen vom anderen Ende der Welt

Manchmal lerne ich Menschen kennen, die sehen fast genauso aus wie wir, sind aber ganz irgendwie ganz anders. Madina Scharipowa kommt aus Tadschikistan. Für mich war das ein bisschen wie am Ende der Welt…. Sie war als Lehrerin  in einer der Hauptstädte des Landes, kann deutsch und ist damit wohl priveligiert. Das Land ist jung, alle wollen es aufbauen.  Es war ein kurzer Besuch. Ich hätte gern mehr erfahren….trotzdem interessant…. Hier geht es zu Madina

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Lachend durch die Wechseljahre

Wenn man so über die 40 zieht, verändert sich vieles im und vor allem am Körper. Die Wechseljahre stehen vor der Tür. Keine schöne Wendung, ich trage es mit Fassung.

Vor allem bin ich froh, dass ich sowieso schon einige Fehler habe. Wenn man zwar vielleicht ganz nett aussieht aber nie so ein richtiger Feger war, hat das durchaus Vorteile. Nein, das ist quasi die beste Vorbereitung für diese Zeit.

Die Haare werden bei mir schon seit Jahren dünner. Zum Glück sieht man das aber nicht, weil meine widerspenstigen Naturlocken sich ohnehin aufplustern und sowieso nicht machen was ich will. Eine richtige Frisur hatte ich eigentlich nie. Zellulitis vorbeugen muss ich nicht mehr, das habe ich in all den Jahren zuvor schon ausgiebig betrieben. Seit 25 Jahren laufe ich regelmäßig, um vor der Verfettung zu fliehen da haben die Dellen keine Chance mehr. Den dicken Bauch schleppe ich auch schon seit mehreren Jahren mit mir herum, selbst  laufen und  Fitnessstudio haben daran nichts geändert.  Wird er eben jetzt noch ein bisschen runder, damit habe ich mich längst angefreundet. Am besten ist es, ich mache es wie immer. Ich lache einfach über alles hinweg.

Liebe geht vor Angst und Terror

Auch ich finde Mario Sixtus Aktion zum Umgang mit den Terrorwarnungen gut. „Wir haben keine Angst“.

Dazu fiel mir ganz spontan das Bild der Schrei von Edvard Munch ein, für mich die Verkörperung  der Angst. Ich suchte es im Netz und habe eine Collage gemacht in Verbindung mit einem weiteren Werk des Künstlers, die Madonna. Sie steht für Munchs zweifelhaften Beziehungen zu Frauen, aber auch für die Lust und Liebe, ich reduziere das auf Lebenslust.  Daher habe ich im Hintergrund die Farben aus dem Bild Schrei eingebaut.

Die Botschaft: Wir lassen uns das Leben nicht von der Angst vermiesen. Warum kommen die Warnungen gerade in der Zeit vor Weihnachten, der Zeit der Liebe und der Familie, des Zusammenkommens. Warum sollen Weihnachtsmärkte das Ziel des Terrors sein. Da wird versucht die Angst in die Zeit der Liebe zu bringen und die Nation zu  verunsichern. Nein danke.

Mythos Mutter und die Karriere

In Deutschland sind wir in der Kindererziehung etwa 40 Jahre hinter den anderen europäischen Ländern zurück. Das Mütterbild hängt schief. Frauen, die Kinder bekommen, verzichten auf den Beruf. Frauen, die sich für Kinder entscheiden, verzichten auf Karriere, weil sie glauben beides nicht vereinbaren zu können. Auf diesem Gebiet hakt es bei uns mit der Emanzipation. 3 sat räumte in der Sendung Mythos Mutter bei  scobel mal gründlich auf damit.

Verwunderlich ist, dass unsere Auffassung vom Muttersein mit dem Mutterbild unserer nationalsozialistischen Vergangenheit zu tun hat. Aus dieser Generation stammt der Begriff Rabenmutter.  Ebenso hat aber auch die kommunistische Erziehung in der ehemaligen DDR Auswirkungen auf unser Denken: Man erinnert sich an sogenannte schlechte Mütter, die ihre Kinder in die Krippe geben. Die Konsequenz: Krippen hatten lange Zeit ein schlechtes Image. Aber unsere Nachbarländer haben es uns vorgemacht. Wir können nun auf viele gute Beispiele zurückblicken. Kinder, die in Krippen gut versorgt werden, haben gut Vorraussetzungen.

Es muss aber mehr Krippenplätze geben und die Sicht der Gesellschaft auf die Frau muss sich ändern und sie unterstützen in der Kinderarbeit. Das wird zur Gesamtaufgabe, denn man kann es sich nicht leisten die Potentiale nicht zu nutzen. Tiefe und vielfältige Hintergründe  gibt 3sat in der Sendung  scobel mit dem Beitrag Mythos Mutter.  Die Sendung ist zwar etwas älter und wurde zum Muttertag gebracht,  auch vor dem Hintergrund der  Entwicklung in Frankreich. Immer mehr Mütter bleiben dort entgegen der sonstigen Entwicklung in Frankreich zu Hause. Dazu gibt die Sendung ein Interview mit der französischen Philosophin Elisabeth Badinter.

Lauf dich aus der Krise

Ich bin immer wieder begeistert von Menschen, die es schaffen ihre Lebenskrisen in die Hand zu nehmen und das Beste aus ganz schwierigen Situationen zu machen. Einer davon ist mein Freund Edgar. Er bekam mit 23 Jahren Diabetes Typ 1. Zum Diabetestag am Samstag habe ich ihn interviewt und einen Teil seiner Geschichte für meine Zeitung fest gehalten. Hier geht es zu Edgar

Zwanzig Säcke voller Laub

Buß und Bettag

Eben sehe ich gerade: Heute ist Buß- und Bettag. Wahrscheinlich deswegen habe ich mich heute morgen schnell entschlossen mal nicht ins Büro zu gehen sondern ins Laub. Hinter meinem Haus habe ich meinen Privatwald, wie ich ihn immer nenne. Im Sommer spendet er Schatten und ist mit seinem Blätterdach einfach zauberhaft, ein bisschen wild romantisch und elfenzart in der Kirschblüte. Im November hasse ich ihn, denn dann haben die beiden Kirschen, die alten Buchen, Apfelbäume und die Lärche eine Menge Arbeit für mich. Laubrechen gehört nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen, vor allem dann nicht, wenn ich vor lauter Blättern und Nadeln kein Land mehr sehe und bis zum Hals in den vom Regen klammen Resten des Sommers walke. Da fallen mir alle meine Sünden ein. Ich steigere mich in mein Schicksal, reche zusammen, lese auf und packe alles in zwanzig grüne Säcke. Am Abend schmerzt das Kreuz, ich bin schlagkaputt, bete und bin dankbar,  dass ich es für dieses Jahr mal wieder geschafft habe. Heute ist eben Buß- und Bettag.

Begeisterung stoppen

Presse klatscht nicht

Das  fühlt sich schon oft komisch an:  Ich sitze zwischen vielen Menschen, etwa bei einer politischen Veranstaltung, einer Ehrung, im Theater und  bin im Dienst der Zeitung unterwegs.  Alles um mich herum klatscht, nur ich nicht. Als einzige lasse ich die Hände am Kuli und starre auf meinen Block. Die Devise lautet: Presse klatscht nicht. Der Hintergrund ist ganz einfach. Wegen der Objektivität sollte man keine Meinung zeigen. Mit dem Klatschen tut man dies aber.

Das finde ich nicht immer so toll. Als Mensch ist man nun einfach ein soziales Wesen. Ich fände es klasse mal laut zu klatschen dürfen,  wenn der Parteifreund  geehrt wird, den ich kenne und einfach nur nett finde, auch wenn wir politisch nicht auf einer Welle sind. Super wäre es auch die Hände vor Begeisterung laut aneinander zu bringen, wenn der Tenor so toll singt, dass mir das Herz blutet oder die Rednerin einen exzellenten Vortrag gehalten hat.  Da bedauere ich manchmal Kurt Tucholskys Worte: Der Journalist ist überall dabei, aber gehört nirgends dazu. So ähnlich fühle ich mich dann auch.  Naja, zum Trost darf ich dann ja was darüber schreiben.

 

Noch einmal Frida

Biografien über Frida Kahlo gibt es sicherlich viele. Nach dem Besuch der Ausstellung Retrospektive in Berlin habe ich nun eine gute Beschreibung des Lebens der mexikanischen Malerin gefunden. Hayden Herrera schafft es, ein fesselndes Bild der spannenden Revolutionärin zu zeichnen und geht dabei tief in viele Facetten.

In vielen Zitaten aus Briefen lernt man ein gutes Stück Frida besser kennen: „Ich habe in den letzten Monaten so viel leiden müssen, dass ich mich kaum schnell erholen kann“ , schreibt sie ihrem Arzt. Dr. Eloessser, den sie immer wieder aufsuchte, wenn sie wegen des Unfalls Probleme mit der Gesundheit hatte.  Später heißt es in ihren Briefen: „ Ich glaube, dass ich durch Arbeit meine gegenwärtigen Sorgen vergessen kann und es wird mir besser gehen.“

Ja, sogar Picasso, der Penibelste aller Peniblen, sang ein Loblied auf Fridas  künstlerische und persönliche Qualitäten. Als Zeichen seiner Zuneigung schenkte er ihr Ohrringe aus Schildplatt…. S. 221.

Das Buch gibt eine vielschichtige Sicht auf die Person Fridas und ihre Kunst. Zugleich zeigt es in die Verbindungen zu anderen Künstlern der Zeit und die Bekanntschaften der Kahlo mit  Politikern wie Trotzki und Eisenhower.