Berlin,Berlin

Berlin. Stadt meiner Sehnsucht.  Stadt meiner Freundin. Jetzt auch. Stadt meiner Tochter.

Sarah hat endlich jetzt ihren Master-Studienplatz in Berlin bekommen.  Sie wird nun im nächsten Monat dort hinziehen. Ein komisches Gefühl. Weil ihre Sehnsucht auch die meine ist oder weil sie meine Sehnsucht lebt. Das gibt es ja oft, dass die Kinder die unerfüllten Wünsche oder die unverwirklichten Potenziale der Eltern leben.

Sarah, Marie un Timo auf der Fraueninsel in Berlin
Sarah, Marie und Timo auf der Pfaueninsel in Berlin

Ich liebe Berlin. Weil meine älteste und beste Freundin dort wohnt, war ich in den vergangenen 17 Jahren bestimmt 25mal in der Hauptstadt. Ich kenne den Zoo, die Straße des 17. Juni, war in Wannsee, in Potsdam, im Bundestag, auf der Museumsinsel, in verschiedenen Theatern, am Swimmingpool auf der Spree in Treptow, in Kreuzberg in der Markthalle,  habe gesehen, wie sich die Mitte entwickelt. Hab Falafel mit Studenten gegessen und beim Swingtanzen an der Spree zugeschaut, am Schlachtensee gelaufen, auf dem Teufelsberg Silvester gefeiert, bin auf der Pfaueninsel gelustwandelt, habe die Fotografien von Helmut Newton bestaunt, nicht zuletzt Frieda Kahlos Kunst gesehen und,und,und……  Berlin ist eine Quelle der Inspiration.

Ich freue mich total …….für Sarah……. und ein bisschen auch für mich….

Wie Krisen in die Kraft führen können


Ein junger Mann, der von Geburt an nicht hören kann. Den habe ich in der letzten Woche kennen gelernt. Eine Ausnahme. Nicht hören zu können ist für viele Kinder ein großes Handikap. Einige Erfahrungen habe ich bei meinen Besuchen an der Hörbehindertenschule in Homberg, der Herrmann-Schafft-Schule,  gemacht, die eine der größten Einrichtungen dieser Art in Nordhessen ist. Man begegnet dort vielen Kindern mit dieser besonderen Schwäche, sie brauchen meist ein andersartiges Lernern als andere.

Deshalb hat mich der Besuch bei Tobias Zischler  so überrascht. Er wirkt unglaublich souverän, selbstbewusst und stark. Das habe ich bei Menschen mit dieser Behinderung noch niemals in dieser Form erlebt. Zudem fällt es bei ihm kaum auf,  er spricht sehr gut und verstand nahezu alles. Ich merkte, wie ich ganz  normal sprach.

Dass dieser Junge auf ein Gymnasium ( Melanchton Schule Steinatal) gehen kann, und dann noch ein guter Schüler ist zegt, was die Groß-Eltern alles für ihn getan haben, damit er sich mit seiner Behinderung entwickeln kann. Das ist ein wahnsinniger Einsatz, der meinen großen Respekt hat – sie ziehen extra dorthin, wo der Junge zur Schule gehen kann. Er kann sogar Klavier spielen. Das ist famos…und bald wird er sicher studieren..Im Artikel berichte ich über seinen Sieg bei den Deutschen Gehörlosen Radmeisterschaften, das hat er auch noch so mal schnell geschafft…..

Zum Artikel: 20100925_0004391872_hna-1

Der Mensch ist eine Spaßnatur

Was macht uns glücklich? Ist Glück für jeden gleich? Wir haben alles und sind dennoch nicht glücklich, ist das der Grund?  Ist Wohlstand wichtig für das Wohlbefinden? Über Zufriedenheit in Zeiten des zwanghaften Optimismus diskutierte Dieter Moor. In der Sendung im Palais am Samstag 18. September auf rbb.

Rumliegen und Faulenzen bei Sonne und Schampus macht nicht glücklich, die Glücksschaltung im Gehirn braucht Impulse, sagt der Wissenschaftsforscher Stefan Klein. Das erklärt er in einem absolut sehenswertem  Video auf seiner Internetseite.  Äußere Umstände haben wenig Einfluss auf das Glücksgefühl, sagt er. Blick ändern, Wahrnehmung schulen, Hedonismus, Liebe und Sex machen glücklich. Und ein Glückstagebuch führen, das schult die Erinnerung. Und immer schön üben.  Der Mensch ist eigentlich eine Spaßnatur.

Die Definitionen von Glück scheinen jedenfalls sehr unterschiedlich zu sein. Der  querschnittsgelähmte Sportler Ronny Ziesmer war glücklich sportliche Ziele erreichen zu können. Nach seinem Unfall wurde er querschnittsgelähmt. Sein Glück, das in einem Land mit einer guten Absicherung sein zu können. In Rumänien möchte er sich dieses Schicksal nicht vorstellen. Das andere Glück: eine Familie zu haben, die ihn auffängt. Das macht für ihn das Leben nun so lebenswert, das er nun ein großes Projekt plant: er will ein neuronales Forschungszentrum gründen und nimmt mit seinem Rollstuhl an Marathons teil.

Für Katharina Ohana (Psychologin und Autorin (Gestatten: Ich. Die Entdeckung des Selbstbewusstseins), ist Glück auch Forschung. Sie hat ihre Kindheit in Therapien aufgearbeitet, sich aus den Fesseln der depressiven Mutter befreit und definiert Glück eher als eine Frage der Sichtweise. Und Leid gehört zum Glück auch dazu, ohne Leid kein Glück.

Der Publizist Joachim Gauck  meint, wir hätten alles, viele seien zu verwöhnt. Die Menschheit wäre süchtig nach Glück. Das ist die große Lebensfrage unserer Zeit. Eine Möglichkeit Glück zu erreichen, sei es, sich Ziele stecken. Das müsse gerade die Jugend wieder lernen. Sie sollten nicht alles bekommen. Um so später über Zielerreichung nach Glück streben zu können.

Das wiederum bejahte die Psychologin so nicht. Auch der schwarze Gürtel im Judo konnte sie nicht glücklich machen, Glück sei vor allem eine Frage des guten Umgangs mit sich selbst. Sie meint glücklich sein, lasse sich lernen. Glück als Einstellungssache. Das kann ein Trost sein in diesen Tagen, wo sich die Welt so schnell verändert und die Menschen verunsichert.

Ist es nicht auch manchmal nervig, ewig glücklich sein zu müssen. Nahezu zwanghaft wird ein Optimismus betrieben, das macht mich ganz unglücklich. Haben unglückliche Menschen keinen Platz mehr in einer Gesellschaft, die die Glückssuche wie eine Ersatzreligion praktiziert?

Meine Fehler stehen immer in der Zeitung

Zeitung und Fehler: Das sollte sich ausschließen. Man muss nicht immer allem glauben, was in der Zeitung steht, heißt es im Volksmund. Diese Sprüche höre ich nur zu oft.

Ein gutes Mittel dagegen ist, was man als die journalistische Sorgfaltspflicht versteht. Immer, wenn man nicht die Hand dafür ins Feuer legen kann, das was man schreibt richtig ist, muss man anfangen zu recherchieren und das bei verlässlichen Quellen. Im Grunde klappt das auch gut.

Mit der Zeit entwickelt man ein gutes Gefühl dafür, wann man noch einmal nachhaken muss. Nämlich immer dann,  wenn sich der auch noch so kleinste Zweifel regt. Ich habe sogar eine Stelle am Körper dafür, mein Brustbein. Da fühle ich mich dann unwohl. Trotzdem passiert es, wie gestern. Ich habe aus dem ältesten Wirtschaftsgebäude der Stadt das älteste Haus gemacht, nicht noch einmal nachgelesen und so stand es heute in der Zeitung. Da hagelten gleich die Anrufe der Historiker.

Schade. Das war so ein schöner Termin und der Bericht meiner Meinung nach auch gelungen. Ich hatte sogar noch aus eigener Initiative etwas dazu recherchiert. Und dann das, einmal nicht richtig konzentriert und schwupp, ein Fehler.

Um genau arbeiten zu können, braucht jeder etwas anderes. Ich brauche Ruhe und Zeit. Manchmal werde ich aber in meiner Leidenschaft zu schnell und dann passiert es eben.

Da ist es wieder. Man wird auch als Schreiber sichtbar für viele andere, auch mit seinen Schwächen. So wie man als Journalist eigentlich ja auch ständig andere bewertet, stellt man sich ebenso ständig der Bewertung anderer – und macht ebenso Fehler wie Politiker, Historiker, Ärzte, Klempner – eben alle Menschen.

Das ist eigentlich nicht so ungewöhnlich, mit einer Ausnahme: Meine Fehler stehen immer in der Zeitung.

Zwiebackkrümel in der Strumpfhose

Witzig und rasant: Das neue Buch Endlich von Ildiko von Kürthy. Alle ihre Freundinnen seien ein wenig verrückt, sagte die Autorin bei Kerner. Immer auf der Suche was das Leben bis zur Menopause alles noch so bringt, benehmen sich die Anfang Vierzigerinnen als hätten sie Zwiebackkrümel in der Strumpfhose.

Die besten Voraussetzungen für Veränderung. Einer der Sprüche der Autorin, die auch für die Zeitschrift Brigitte schreibt.  Verändere dein Leben, sonst verändert es dich. Die Protagonistin ihres neuen Buches erfährt mit knapp über vierzig, dass der Gatte sie betrügt und rüstet mittels Personaltrainer und bester Freundin noch einmal auf . Die Geschichte ist keine besondere, sie wirkt manchmal sogar ein wenig sehr klischeehaft und erinnert irgendwie an eine Mischung aus Sex in the City und Hera Lind. Doch die Sprache macht Spaß. Sie ist schnell, witzig und fast nie langweilig. Man galoppiert mit Vera durchs Buch, wenn auch der Abgang ein bisschen flach ist. Aber das verzeiht man gern, denn viele Stunden Lachen liegen hinter einem.

Zirkuskinder

Immer wieder dasselbe: Ich soll einen schönen Bericht in der Schule machen. Zirkusprojekt steht an. Das sind jetzt nicht immer meine Lieblingsthemen. Ja, ich gebe es zu. Ich kann auch arrogant sein. Meist weiß ich schon, wie es abgeht.

Ich muss mich zwischen eine Schar Kinder setzen, mir das ganze öde Programm der Grundschulkinder anschauen und so machen als wenn alles super toll wäre. Die Zeiten, in denen ich heulend in Zirkusvorstellungen saß und begeistert zusah, wenn Pauline ungeschickt im Leberwurstkostüm den Ball jonglierte, waren als meine Kinder klein waren und Pauline Marie hieß. Damals gab es für mich nichts Schöneres und natürlich kein  begabteres Kind als meins.

Nun habe ich das ja noch auf der Platte und gehe deshalb mit etwas Wut im Bauch aber einem angemessenen Gesicht auf das große Event der Grundschule. Schließlich ist das ja für die Entwicklung der jungen Menschen so gut. Das pädagogische Konzept, das dahinter steckt.

Die haben jetzt die ganze Woche jongliert, balanciert, sind ins Clownskostüm gehüpft, haben Tiere dressiert und du, du kannst das mal wieder nicht wertschätzen, sagt mir mein schlechtes Gewissen. Nee, heute nicht,weise ich diese eklige, immer alles besser wissende Stimme in mir zurück.

Wie soll man da journalistisch arbeiten, rede ich mir weiter ein. Und vor allem, wer will den Quatsch, den ich da schreibe, wirklich lesen. Ich male mir schon die schrecklichsten Redewendungen aus… Die Kinder haben eine Woche lang geübt …. Bla…. Naja vielleicht lässt sich ja irgendwie noch ein einigermaßen gutes Bild hinkriegen. Das Licht ist meist grauenhaft und meine Kamera dafür eigentlich nicht ausgelegt, also muss ich mir vor dem Zelt was stellen.

Ich kann mich mal wieder nicht abregen …….

Drei Stunden später. Habe ich da eben etwa gelacht, dauernd wie süß gesagt… war ich das … wirklich? Das kann eigentlich nicht sein.

Ich bin immer noch innerlich vor mich hin schimpfend in das Zelt getappt, habe die Lehrer interviewt und mir dann einen Platz in der vordersten Reihe erkämpft. Damit die Bilder einigermaßen was werden. Zum Glück war die Manege so gut ausgeleuchtet, dass ich das mit den Fotos so lala hin bekommen habe.

Das muss mich wohl beflügelt haben, beim Auftritt der kleinen Tiger musste ich so lachen, das war wirklich goldig und ein bisschen fühlte ich mich in die Zeit versetzt, als meine Mäuse noch in die Manege oder auf die Bühne stiegen und ich voller Stolz in den Reihen saß.

Frankreichs Mütter am Wickeltisch

Wer sich nur um seine Kinder kümmert, hat keinen Wert, keinen Status.

Immer mehr Frauen in Frankreich geben ihre Berufe auf und kümmern sich um ihre Kinder. Ein Trend? Ich habe die Französinnen immer bewundert – viele fangen seit Jahren kurz nach der Geburt mit dem Ganztagsjob wieder an.

Selbst früh Mutter geworden, habe ich das Studium abgebrochen und erst einmal die eine und dann die andere Tochter groß gezogen.  Damals wäre es gar nicht anders gegangen, weil es bei uns am Land keine Krippe gab, der Kindergarten fängt erst ab 3 Jahren und geht dann nur bis 12 Uhr. Das Model der Franzosen mit der Betreuung ab 3 Monaten war mir immer ein Vorbild, ja fast eine Sehnsucht. Nicht, dass ich nicht gearbeitet hätte, ich habe noch eine Ausbildung gemacht, später eine Weiterbildung und bin dann letztlich bei der Zeitung gelandet.

Den Spagat zwischen eigener Entwicklung, sowohl persönlicher als auch beruflicher, und den Interessen der Kinder zu machen ist wirklich groß, zumal man im besten Fall ja auch noch eine Beziehung hat.

Andererseits habe ich meinen Kindern viel geben können, konnte sie in unterstützen, in ihren Gefühlen abholen. Ich bin nicht besonders konservativ, aber ich glaube, eine möglichst gute und auch intensive Beziehung der Eltern zum Kind in den ersten Jahren und natürlich auch später ist die Voraussetzung für die Entwicklung einer gesunden Persönlichkeit – alles andere ist Ersatz.

Mit diesem Gedanken im Kopf und ein bisschen Wissen, konnte ich es dann besser genießen viel bei meinen Kindern zu sein und beruflich-sozial draußen zu sein.  Spaß hat das damals allemal gemacht. Doch man wird schon schief angeschaut, wenn man als Dreiviertel-Akademikerin nachmittags im Sandkasten sitzt und sich den Sommer im Schwimmbad vergnügt, statt am Schreibtisch zu  hocken.

Ich finde es deshalb sehr interessant, dass viele französische Mütter jetzt umdenken – auch wenn die Feministinnen am Rad drehen.  Und der Trend kommt aus Frankreich, dem Land der Urfeminsitin Francoise Sagan.

Blattkritik

Menschen sind anders. Etwa in der Redaktion derZeitung, für die ich arbeite. Nun machen wir freien Mitarbeiter seit kurzem auch Blattkritik, wie die Redakteure das schon lange jeden Tag tun. Im Wechsel. Jeder soll einmal eine Woche lang jeden Tag das Lokale Blättchen beurteilen. Überschriften, Layout, Bilder, Texte, Themen etc…. Die Redakteure laden herzlich zur Kritik ein. Das wird an alle verteilt – wir sollen was draus lernen. Dabei muss man natürlich schön über die Arbeit der Kollegen herziehen, auch der Freien, die das ja noch nicht gewöhnt sind.  Ich hab mich freiwillig zuerst gemeldet. Ich dachte, fängst du gleich damit an, dann hast du das schnell hinter dir und flott losgelegt.

Es  geht dabei richtig zur Sache. Das ist kein Psychoseminar, bei dem man erst einmal sagt, was man so fühlt. Es geht ja auch nur um die Zeitung und nicht um die Person. Doch der Umgang mit Kritik will gelernt sein. Gleich rauschten die e-mails bei mir rein mit haufenweise Rechtfertigungen. Die Fotos seien so schlecht, weil es so dunkel war, weil der Typ gerade nicht geschaut hat und, und, und. Das kenne ich alles….Ich mache ja genau die gleichen Fehler und ich wäre bestimmt die erste, die sich rechtfertigen würde. Muss ich aber im Moment glücklicherweise nicht. Weil ich ja geschickt  bin und zuerst an der Reihe. So kann ich mich in Ruhe vorschämen, bevor ich mir selbst einen überbrate.

Aber es gibt auch andere Menschen: Heute kommt mal eine ganz andere mail von einem freien Kollegen rein:

……gefällt mir gut Ihre Art, wie Sie das mit der Blattkritik machen. Lockeres, förderliches Besprechen von Berichten und Fotos. Verbunden mit manchen nützlichen Tipps und auch Infos und Querverweisen zu den Themen. Für mich durchaus lehrreich. Ich lese unsere Zeitung viel intensiver und mit schärferem Blick. Weiter so!…..

Danke für so viel Wertschätzung, das macht mir Mut, mich nächste Woche dem genauso zu stellen.

Du mit deiner Sonnenbrille

Letzte Woche bei einer Musikveranstaltung habe ich mich mit einem jungen Mann unterhalten. Er kannte mich. Ich wusste nicht gleich, wo ich ihn hintun sollte. Das passiert mir oft. Ich lerne in meinem Job viele Menschen kennen, sehe sie nur kurz und viele vergesse ich auch dann schnell wieder.

Wenn man das so lange Jahre macht, prägen sich nicht alle Gesichter ein. Dazu sind viele Begegnungen zu kurz und für mich persönlich auch nicht immer entscheidend. Das passiert. Peinlich ist es mir deshalb schon lange nicht mehr, wenn mir mancher Name nicht einfällt. Aber es fällt mir auf, wie sehr ich sichtbar bin für andere. Wenn ich auf der Bühne fotografieren muss, präsentiere ich mich auch irgendwie. Es hat lange gebraucht, bis ich das ertragen konnte, am Anfang habe ich mich sehr geniert. Immer musste ich durch meine Scham gehen – immer wieder – bis sie  sich letztlich auflöste und das normal wurde.

Es scheint sogar interessant zu sein, dass ich ständig mit der Sonnenbrille herum renne. „Du mit deiner Sonnenbrille“, sagte der junge Mann. Irgendwie fühlte ich mich dabei wieder beschämt. Meine Augen sind besonders empfindlich Licht gegenüber geworden. Ohne meine Sonnenbrille gehe ich tatsächlich nicht aus dem Haus. Selbst im Winter brauche ich sie beim Autofahren. Manchmal erwische ich mich sogar bei Regenwetter damit. Dann muss ich aber selbst lachen und ziehe sie schleunigst ab.

Stoppok

Der Musikpoet aus dem Pott

Heute Morgen höre ich im Radio Stoppok. Ich denke an das Burgbergfestival in Homberg vor – ich glaube – acht Jahren . Da trat so ein Typ auf, ein bisschen schmierig,  ne Gitarre um den Hals und freche Texte auf der Zunge. Stoppok? – Nie gehört.

Das sollte sich ändern. Der Abend war fulminant. Ich hab sogar gleich ne CD gekauft. Die ratterte wochenlang in meinem Auto rauf und runter, ich hab gesungen und gelacht, manchmal auch geweint und irgendwann verschwand die CD in der Ablage, ganz tief unten.

Heute höre ich den Titel learning by burning im Radio, eine etwas unkonventionelle Interpretation von pädagogischen Prinzipien und da ist der wieder der Stoppok. Im Netz habe ich ihn dann gefunden und er hat es geschafft. Ich singe mit, lache und vielleicht weine ich auch heute noch ein bisschen.

Stoppok wurde 1956 in Hamburg geboren, wuchs aber im Ruhrgebiet auf, und fing mit 12 Jahren an Musik zumachen. Seine Texte sind poetisch und der Schlüssel zu seiner Musik. Irgendwie ist alles ein Mix aus starkem Blues mit ein bisschen Folk, Rock, und Country.

Der Typ nimmt das Leben schon ernst, auch wenn das erst einmal nicht so aussieht. Er packt ein paar witzige Buchstaben drum herum, streut ordentlich Satire drauf und gibt noch einen guten Schuss Humor dazu, dann schnürt er es mit viel guter Musik zusammen und schon kommt wieder ein gutes Stoppok-Album dabei raus. Er macht er eben irgendwie alles mit viel Herz, wie er es in einem seiner Lieder erzählt.