Unkonventionelle Erziehung

David Gilmour

Unser allerbestes Jahr

Es ist eine Hommage an die Liebe zwischen Vater und Sohn, an das Verständnis zwischen den Generationen und die vielen unerklärlichen Dinge im Leben, die wir immer wieder neu  verstehen wollen.

Jesse, 16, typisch Pubertät, hat fest vor,  die Schule zu schmeißen und macht ernst.  Sein Vater, der Schriftsteller David Gilmour, will  Fehler in der Erziehung wieder gut machen. Er lebt in einer neuen Beziehung und zieht für ein Jahr wieder zu seinem Sohn. Er fasst einen unkonventionellen Entschluss. Der Junge darf machen, was er will. Bedingung, die zwei schauen sich regelmäßig Filme an. Sohnemann lässt sich auf das Abenteuer ein.

Der Vater schrieb früher Filmkritiken und will mit den bewegten Bildern den Sprössling fürs Leben interessieren. Eine Odysee durch die Filmgeschichte beginnt.   12 Uhr mittags oder Shinning:  Gary Cooper oder  Jack Nickolsen, interessante Filmkritiken und Sichtweisen auf Filme, die wir alle gesehen haben, fesseln

James Deans berühmte Szene in Giganten macht Furore.  Gilmour erklärt, wie er mit absolutem Nichtstun zum größten Idol seiner Zeit wurde. Das scheint in diesem Moment fast wie ein Vergleich.

Das absolute Vertrauen in sich, seinen Sohn und die Richtigkeit dieses Tuns überrascht. Mit diesem Vertrauen und mit der unbändigen Liebe, die zwischen den Zeilen steckt, bewältigt er die Krise.  Man fühlt  in seiner  Angst um den Jungen, der in einer Szene auf Kuba in eine Bar verschleppt wird, die Kraft der Verbundenheit. In dieser Szene kämpft er um sein Kind, begibt sich in Gefahr, wie er es mit dem zunächst seltsamen Vorhaben ebenso tut. Die Zwei wachsen zusammen, bauen eine Beziehung auf und am Ende führen  die Weisheiten von Film und Vater den Jungen in die Realität zurück.

Ein sehr intelligenter Roman, der mit klugen Sätzen und Lebensweisheiten daher kommt. „ Menschen vor denen man Angst hat, hasst man irgendwann einmal“.  An einigen Passagen triftet die Geschichte ein wenig  ins Kitschige ab. Doch die gut gemachten Filmkritiken retten die Geschichte  dann gleich wieder.

Das Buch basiert auf einer wahren Begebenheit. Gilmour schrieb die eigene Geschichte mit seinem Sohn auf. Der Schriftsteller ist gleichzeitig Film- Kritiker.

David Gilmour: „Unser allerbestes Jahr“. Roman. Aus dem Englischen übersetzt von Adelheid Zöfel. S. Fischer Verlag, Frankfurt 2009. 254 S., geb., 18,95 [Euro]

„eine weise, lebensbejahende Studie über das Erwachsenwerden“ Andreas Schröder in Literaturwelt Das Blog

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