Hut ab

Respekt vor dem Vertrauen

Maximiliane Lata

Neulich am Berliner Künstlermarkt an der Straße  des 17. Juni habe ich mich in eine Mütze verliebt. Okay, ein bisschen half die Macherin der Hüte,  Maximiliane Lata mit. Zielsicher  setzte sie mir eine ihrer Kreationen auf das Haupt, rückte ihn etwas nach rechts und streifte mein Haar hinters Ohr. Der Blick in den Spiegel überzeugte mich, ich gefiel mir sofort. Meine Freundinnen um mich herum waren auch ganz entzückt. Nimm den, toll, so die Kommentare.  Mein Blick in den Geldbeutel ließ allerdings zu wünschen übrig, gähnende Leere nach einem Wochenende in Berlin.

Kartenzahlen gibt es bei den meisten Künstlern nicht und auch der nächste Automat ist meilenweit entfernt. Also sagte die gute Frau: „Wir schauen uns in die Augen, sagen Sie mir Ihren Namen und dann geb ich Ihnen meine Bankverbindung.  Sie nehmen den Hut mit und können mir das Geld morgen überweisen.“ Da war ich sprachlos. So etwas habe ich lange nicht erlebt. Dieses Vertrauen. Sie kennt weder mich noch meine Freundinnen, sie lebt in Berlin, ich in Nordhessen. Ich hätte der alles erzählen können. Unglaublich, dass es so etwas noch gibt.

Ich kann noch nicht einmal in meinem Edeka Laden um die Ecke anschreiben, obwohl ich da seit zwölf Jahren über den Daumen gepeilt 40.000 Euro gelassen habe, bestimmt als solvent gelte und immer bezahlt habe.  Das ärgert mich manchmal schon.

Deshalb, einmal mehr: Hut ab oder en francais Chapeau liebe Maximiliane

Außerderdem sind die handgefertigten Hüte und Mützen in vielen  Variationen natürlich total schön…..und die Verkaufstaktik vom maxim lata einmalig. Sie schwätzt einem keinen alten Hut auf, sondern berät individuell und kompetent.

Gut behütet

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4 Gedanken zu “Hut ab

  1. Da redet und schreibt die ganze Welt von Werten und diese Frau lebt in meiner 3,5 Millionen-Heimat alte Werte einfach vor: Vertrauen!!! Ein absolutes Highlight – da sollten so manche Manager oder Politiker mal einen Tag hospitieren…

    Dir liebe Christine viel Erfolg mit deinem blog – jetzt mit „Vertrauenshut ausgestattet“ kannst du doch bestimmt gut gelaunt dranbleiben und dich weiter tummeln in der modernen Kommunikationswelt…
    ich lese mit Interesse weiter!!! Ute

  2. ohoh-vielen Dank für deinen Bericht über unsere Begegnung-
    das ist heute der erste blog , den ich in meinem leben lese.
    nochmals : danke für die Blumen
    servus
    mx

  3. Das ist eine rundum schöne Geschichte. Wichtig finde ich allerdings nicht die Tatsache, dass die Hutmacherin so viel Vertrauen in eine wildfremde Nordhessin setzt, sondern vielmehr das Fundament, auf dassie dieses Vertrauen gründet: „Jetzt sehen wir beide uns mal tief in die Augen und Sie überweisen mir dann morgen das Geld.“ Der Satz ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie wichtig es ist, sich offen in die Augen schauen zu können. Noch viele tiefe Blicke und schöne Begegnungen, Christine! Liebe Grüße, Clödi

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