Der Stiefelaltlas

Sag mir, wo ich Urlaub machen soll?

Urlaub, Italien, ja. So einfach ist das dieses Jahr nicht. Wir haben schon eine Woche in Norditalien gebucht. Eigentlich fahren wir immer nach Italien. Unser Atlas vom Stiefelland ist 20 Jahre alt und mittlerweile völlig zerfleddert. Da hat schon unsere große Tochter im Kleinkindalter die Schokoladenfinger hineingesteckt. Ich schlage eine Seite auf und lande mit dem Zeigefinger auf Arezzo. Da fuhren wir etliche Mal im selben Kreisel herum, auf der Suche nach Siena. Schuld war ich natürlich, weil ich die Kartengewalt hatte.  Irgendwann kamen wir dann doch an, einige Streits später.

Mittlerweile gibt es ja zum Glück Navis. Da muss mein Mustermann nicht mehr schreien, wenn ich sage,  es geht rechts ab und eigentlich verläuft die Straße links. Nun ist höchstens das Navi schuld. Die weibliche Stimme bekommt ihr Fett weg. Blöde Kuh wird sie schon mal beschimpft, wenn sie uns nicht richtig lotst und wir dann doch den alten Stiefelatlas aus dem Handschuhfach holen.

Nun zerre ich das Teil erst einmal aus dem Schrank, einige Seiten flattern mir lustig entgegen. Wo fahren wir denn die andere Woche hin, frage ich mich. Toskana, waren wir schon, den Gardasee haben wir mehrmals umrundet, in Südtirol haben wir etliche Berge erklommen. Letztes Jahr waren wir auf Sizilien und in Kalabrien und sind dabei einmal den Stiefel im Westen runter und im Osten wieder hoch gebrummt.

Arezzo, Pisa, sogar in Jesolo waren wir, Ancona und Rom, Sardinien zählten zu unseren Urlaubsorten. Nun geht es die erste Woche wieder einmal nach Norditalien und die andere? Ich suche im Internet nach Wohnungen, bin ratlos und habe dann einen Einfall. Ich geb einfach mal bei google ein: Sag mir wo ich Urlaub machen soll?

Doch da ist auch die Technik überfordert. Absurde Antworten helfen mir nicht weiter. Ich bekomme diverse  Informationen über die Vogelgrippe, unter „Sag mir wo die Hühner sind“, oder „sag mir Sprüche und Witze“ bis hin zu Lebensratgebern bei „sag mir, was soll ich tun“. Nun greife ich doch wieder zum Atlas, lasse einfach meinen Finger im Umkreis Norditalien kreisen und wo er landet, da fahren wir dann eben hin.

Buddhistin Gelongma Lama Palmo

Die erste österreichische Lama

Beeindruckend war ein Porträt  über Gelongma Lama Palmo. Darin berichten die Reporter über die Wienerin Sabine Arzt-Januschke, die als erste Österreicerin gilt, die budhistische Nonne wurde.

Arzt-Januschke wird 1970 in Wien geboren  und begann nach dem Ende der Vienna Business School ein Studium der Germanistik und Romanistik, wiederum in Wien. Sie schrieb und fotografierte, oft auch über das Thema Buddhismus. Fasziniert war sie von Beginn ihres Lebens von Religion.

Das Porträt zeigt eine ungewöhnliche Frau, die kurz nach  ihrer Hochzeit beschloss budhistische Nonne zu werden.

1998 erhielt sie die ersten klösterlichen Gelübde und trat 2000 in das traditionelle Kagyu Drei Jahresretreat in KTD, USA ein.

Gleich nach dessen Beendigung wurde sie 2004 nach Japan und noch im selben Jahr nach Österreich geschickt. Im Dezember 2004 erhielt sie die volle klösterliche Ordination einer Gelongma (tib.: dge slong ma) oder Bhikkhuni innerhalb des Vietnamesischen Zen Buddhismus.

2006 traf sie Dalai Lama und Karmapa Orgyen Trinley Dorje in Privataudienzen. Beide erteilten ihren Rat und Segen für die Projekte von Lama Palmo. 2007 wurde sie von Tai Situ Rinpoche zum Lehrer in Residenz für Palpung Yeshe Chökhor Ling Europe ernannt.

Veröffentlichung: The Himalayas and Beyond – Karma Kagyu Buddhism in India and Nepal, Foreword by H.H. Dalai Lama, Palpung Yeshe Chökhor Ling Europe, Wien 2009

Fühlen und Bewusstsein

Wer sich selbst kennt und mit seinen Gefühlen umgehen kann, der kann sich selbst besser führen und mit anderen auskommen. Der bewusste Umgang mit sich und anderen wird in einer Welt der Teamarbeit immer wichtiger und kann helfen Gewalt und Sucht vorzubeugen. Das ist nun sogar für das Bundes- Bildungsministerium wichtig. Es unterstützt ein Projekt dafür eigens für Kindergärten. Dort lernen schon die Kleinsten in unserer Gesellschaft Gefühle bewusst einzusetzen.

Das Projekt Papilio zeigt es. Es wurde eigens für Kindergärten von Pädagogen und Psychologen wissenschaftlich als Konzept entwickelt. Dabei lernen schon Kinder ab 3 Jahren ihre Gefühle spielerisch kennen. Vier Puppen der Augsburger Puppenkiste wurden eigens dafür geschaffen, die für die vier Grundgefühle  Angst,  Wut, Freude und Trauer stehen. In einem Puppenspiel werden die Kinder langsam daran heran geführt, diese Gefühle bei sich und anderen wahr zu nehmen und sie zu beschreiben. Sie erfahren so, dass jeder solche Gefühle hat und was man tun kann, um damit umzugehen. Sie sehen, dass auch die anderen Kinder sich mal so, mal so fühlen. So lernen sie den Umgang mit den Gefühlen der anderen. Das Konzept beinhaltet noch einen Tag, an dem die Kinder ohne Spielzeug miteinander spielen sowie ein Spiel, dass sie mit sozialen Regeln konfrontiert. Das Konzept oder das Programm gibt es seit Februar 2009 und wird zurzeit mit viel Erfolg in den Kindergärten eingeführt.

Kindergärtnerinnen berichten über gute Erfolge,  Kinder, die bisher Außenseiter waren, wurden in die Gruppe integriert. Das Programm soll helfen Sucht- und Gewaltproblemen im Jugendlichen- und Erwachsenenalter vorzubeugen. In Hessen wird es von der AOK finanziell erheblich mit unterstützt. Die Krankenkasse zahlte bisher 500.000 Euro für die Einführung des Programms in die Kindergärten. Weitere 150.000 Euro folgen dieses Jahr.

Marinetten  der Augsburger Puppenkiste symbolisieren Gefühle Angst, Zorn, Trauer und Freude.

Symbolisisern die Gefühle Wut Trauer Freude und Angst